Perplex starrte der junge Arzt in die halb geschlossenen Augen seines Gegenübers. Nach einer schieren Unendlichkeit löste sich dieser von ihm und meinte lächelnd: "Revanche..."
Hiroki sah im Moment wohl aus wie ein Fisch auf dem Trockenen, denn er öffnete den Mund, wollte etwas sagen, doch dann verließen sie ihn und er schloss seinen Mund wieder, um wenigstens nicht komplett vertrottelt zu wirken.
Souta bemerkte, dass er wohl warten konnte bis er ergraute, wenn er weiter auf eine Antwort von Hiroki warten wollte, also nahm er allen Mut zusammen und fing mit pochendem Herzen an zu erzählen.
"I-ich... hab gemerkt, dass du mich geküsst hast. Das war das erste, was ich gemerkt habe, als ich wieder aufgewacht bin. Beziehungsweise... es kam mir so vor, als wäre ich wegen diesem Kuss wieder aufgewacht."
Bei dem letzten Satz kicherte er leise. "Ich habe so getan, als hätte ich nichts gemerkt, weil ich nicht wusste, wie ich reagieren sollte. Und dann bist du zu den Schwestern gelaufen und ich hatte plötzlich Angst, ich sehe dich nie mehr wieder und dabei... dabei... wusste ich noch gar nicht, dass ich dich so mag."
Hirokis Herz drohte bei diesen Worten in seiner Brust zu zerspringen, und so tat er ohne zu überlegen auf den Jungen zu und küsste ihn immer und immer wieder, bis sich beide nach Atem ringend voneinander lösten. Und Hiroki wäre der glücklichste Mensch der Welt, hätte er nicht die Tränen bemerkt, die Soutas Wangen benetzten. Und da wurde ihm wieder wahr, dass sie im Begriff waren, voneinander getrennt zu werden und so nahm er den weinenden Jungen tröstend in seine Arme. Mit sanfter Stimme meinte er: "Sh~, Souta. alles wird gut, hörst du? Wir finden einen Weg." doch diesmal dachte er nicht mehr an die metallenen Fesseln, die er gut versteckt am Körper trug. Er war sich mehr als sicher, dass es eine andere Lösung geben würde, wenn sie sich nur noch etwas Zeit ließen.
Und so meinte er schweren Herzens: "Komm jetzt, steh auf. Dein Zuhause wartet auf dich."
Er erhob sich, doch Souta hielt verzweifelt an ihm fest und schüttelte den Kopf. "Nein! Ich will nicht gehen! Ich will hier bleiben bei dir."
Und nichts anderes wollte auch Hiroki, doch trotzdem sagte er: "Hör mir zu, Souta. Deine Eltern lieben dich und sie wären sehr traurig, wenn du nicht mehr zurückkommen würdest. Und wo gibts denn sowas? Ein Patient, der lieber im Krankenhaus bleiben will, als nach Hause gehen zu dürfen." Er lächelte. Täte er das nicht, wusste er, dass Souta sich nie umstimmen lassen würde. So sagte dieser nichts mehr, und Hiroki trug ihn in den Rollstuhl, den er schon für ihn bereitgestellt hatte, und kniete sich noch einmal vor ihn.
"Wir werden eine Lösung finden, okay? Ich... liebe dich, und deshalb wird auch alles gut werden." Und endlich konnte Hiroki wieder ein Lächeln auf den Lippen seines Lieblingsexpatienen sehen, und so küssten sie sich noch ein letztes Mal und dann erhob sich Hiroki und schweigend fuhren beide in Richtung Ausgang.
Wortlos passierten sie das Tor zur Außenwelt, die so grausames für unsere zwei jungen Geliebten bereit zu halten schien und so waren sie sehr bedrückt, als der Rollstuhl vor dem Auto von Soutas Eltern zum stehen kam.
"Also...", begann Hiroki, doch er hielt inne, als Souta sich angestrengt aufrichtete, langsam um den Rollstuhl herum lief, und seinen Arzt ein letztes Mal umarmte. "Danke...", flüsterte er. Hiroki lächelte. Er wollte seine Stimme öfter hören, den ganzen Tag sollte Souta nur für ihn reden. Zärtlich erwiderte Hiroki die Umarmung, und so standen sie eine ganze Weile, bis Soutas Vater sich räusperte. So ließen sie also voneinander ab und Souta stieg mit der Hilfe seiner Mutter ins Auto ein. Gerade wollte sie die Autotür schließen, als Soutas Vater sich ein zweites Mal räusperte und die Tür festhielt.
Lächelnd sah er Hiroki an. "Ishitogu-san...", begann er. "Ihr Vater kam heute mit einer Bitte zu mir. Er wollte kürzer treten, weil er ja nun nicht mehr der Jüngste ist. Und wie Sie wissen, war Ihr Vater jahrelang unser Hausarzt. Schon vor Soutas Geburt kam er tagtäglich zu uns und ist uns auch ein guter Freund geworden. Doch weil er sich jetzt mehr Zeit für andere Dinge nehmen will, haben wir versucht gemeinsam eine Lösung zu finden." "Und wir glauben, wir haben sie gefunden.", warf Soutas Mutter ein und lächelte. "Richtig. Wir möchten Sie. Wir waren sehr davon beeindruckt, mit welcher Hingabe Sie sich um unseren Sohn gekümmert haben, und glauben, dass sie der richtige Mann für den Job sind."
Hiroki wusste kaum, wie ihm geschah, da war Souta schon voll Übereifer aufgesprungen, kam auf ihn zugelaufen und warf seine Arme um Hiroki. Dieser musste nur lachen, als er Soutas Umarmung glücklich erwiderte, denn endlich hatten sie ihre Lösung gefunden.
Und in seiner Tasche spürte er immer noch die Handschellen, die sich an seine Hüfte schmiegten.
~おわり~
Freitag, 18. September 2009
SLEEPING ROSE 8: I'd run for You
Als Soutas Eltern die freudige Nachricht empfangen hatten, waren nicht nur sie, sondern das ganze Haus außer sich und sie lachten und freuten sich und auch die Arbeit ging ihnen nun wieder viel leichter von der Hand. Einer nach dem anderen kam ins Krankenhaus um den jungen Herrn zu besuchen, allen voran natürlich Vater und Mutter und alle brachten sie Geschenke und Genesungswünsche und waren fröhlich und vergnügt, als sie wieder von dannen zogen. Kamen sie wieder ins Hause Nobara zurück, erzählten sie von einem noch etwas angeschlagenen jungen Herrn, der immer noch schwach, aber auf dem Weg der Besserung war, und einem hübschen Arzt, der den ganzen Tag nicht von der Seite des jungen Herrn weichen wollte.
Und Hiroki wich wirklich nicht von Soutas Seite. Selbst zum Schlafen blieb er in Soutas Krankenzimmer auf der Couch, die man dort aufgestellt hatte, da es ein Zimmer speziell für Privatpatienten war, in das sie Souta verlegt hatten, nachdem er aufgewacht war. Wirklich allein ließ Hiroki seinen Schützling nur um zuhause zu duschen und sich frische Kleidung zu holen. Und längere Zeiten als diese wollte sich Hiroki nicht erlauben. Seine Mutter war zwar seitdem nicht mehr aufgetaucht, aber so plötzlich wie sie an diesem Abend aufgetaucht war, konnte sie es wieder tun und das wollte Hiroki nicht riskieren. So bewachte er Souta rund um die Uhr, ließ ihn nie aus den Augen und schlief aus Sorge nie wirklich fest.
Eines Tages hatte Souta gesagt: "Hiroki-san, du musst nicht Tag und Nacht bei mir bleiben. Ich fang bestimmt nicht mehr an zu weinen." Doch Hiroki hatte ihn nur freundlich angesehen und bestimmt den Kopf geschüttelt. Er wusste nicht, wie er Souta die Situation erklären sollte, da dieser sich an nichts mehr zu erinnern schien, und so versuchte er es erst gar nicht. Wer weiß, wie Souta darauf reagieren würde, dass die Dreizehnte ihm nach dem Leben trachtete oder dass ihr Sohn ihn geküsst hatte, als er schwach und hilflos im Koma gelegen war. Doch da war noch etwas, das Hiroki auf der Seele brannte: Soutas Genesung schritt schnell voran - was natürlich gut war, kein Zweifel - doch genauso schnell rückte auch der Tag näher, an dem Souta entlassen würde. Und was sollte er dann tun? Hiroki konnte und wollte nicht mehr ohne Souta sein. Doch wie sollte er es anstellen bis in alle Ewigkeit bei ihm bleiben zu können? Sich mit Handschellen an ihn ketten und den Schlüssel wegwerfen oder aufessen? Das wäre wohl Plan Z. Doch wo sollte er auf die Schnelle einen besseren Plan herzaubern?
Mit diesen und anderen Gedanken schritten die Tage voran, wurden zu Wochen und immer noch fehlte dieser ultimative Plan, nach dem Hiroki so verzweifelt suchte. Und so kam auch der Tag, an dem Souta entlassen werden sollte, mit seiner vollen Härte und Grausamkeit und trieb Hiroki an den Rand des Wahnsinns. So nahe war er dem Rand gekommen, dass er sich als letzte Rettung wirklich Handschellen gekauft hatte - mit rosa Plüsch, denn er wollte Souta natürlich nicht verletzen. Den ganzen Tag lief Hiroki aufgeregt im Zimmer umher und Souta sah ihm nach und fragte in regelmäßigen Abständen: "Was hast du?", worauf Hiroki jedes Mal antwortete: "Nichts..." und mit mürrischem Blick seinen Gang fortsetzte, während Souta sich das Lachen verkneifen musste, da er die ganze Szene recht belustigend fand.
Irgendwann jedoch klopfte es an der Tür und Hiroki wäre vor Schreck vom Stuhl gefallen, wäre er denn auf einem gesessen. Mit lachenden Gesichtern kamen Soutas Eltern herein, grüßten Hiroki und Soutas Mutter unterhielt sich angeregt mit ihrem Sohn, während sein Vater seinen Koffer für die Abreise packte und Hiroki aus einer Ecke heraus mit finsterem Blick die fröhliche Familie beobachtete. Nachdem der alte Herr Nobara dann auch den Papierkram erledigt hatte, wollte das Ehepaar schon aufbrechen um ihren Jüngsten und Einzigen endlich wieder nach Hause zu holen, als dieser meinte: "Wartet ihr noch draußen? Ich... will mich noch von Hiroki-san verabschieden.", woraufhin beide mit verständnisvollem Blick den Raum verließen und meinten, dass sie sich Kaffee besorgen werden und unten im Auto warten wollen.
Als sie nun das Zimmer verlassen hatten, hantierte Hiroki aufgeregt mit den Handschellen, die sich immer noch in der Tasche seines Arztkittels befanden, bis Souta schließlich meinte: "Hiroki-san, kommst du kurz her und hilfst mir? Ich will aufstehen."
"Was? Na... na gut.", entgegnete Hiroki etwas besorgt, denn Souta war immer noch sehr wackelig auf den Beinen. So näherte er sich dem Bett, legte seine Arme um den Jungen und auch dieser legte seine Arme um seinen Arzt, zog sich näher an ihn heran und ehe man sich versah, spürte Hiroki die weichen Lippen Soutas auf den seinen.
Und Hiroki wich wirklich nicht von Soutas Seite. Selbst zum Schlafen blieb er in Soutas Krankenzimmer auf der Couch, die man dort aufgestellt hatte, da es ein Zimmer speziell für Privatpatienten war, in das sie Souta verlegt hatten, nachdem er aufgewacht war. Wirklich allein ließ Hiroki seinen Schützling nur um zuhause zu duschen und sich frische Kleidung zu holen. Und längere Zeiten als diese wollte sich Hiroki nicht erlauben. Seine Mutter war zwar seitdem nicht mehr aufgetaucht, aber so plötzlich wie sie an diesem Abend aufgetaucht war, konnte sie es wieder tun und das wollte Hiroki nicht riskieren. So bewachte er Souta rund um die Uhr, ließ ihn nie aus den Augen und schlief aus Sorge nie wirklich fest.
Eines Tages hatte Souta gesagt: "Hiroki-san, du musst nicht Tag und Nacht bei mir bleiben. Ich fang bestimmt nicht mehr an zu weinen." Doch Hiroki hatte ihn nur freundlich angesehen und bestimmt den Kopf geschüttelt. Er wusste nicht, wie er Souta die Situation erklären sollte, da dieser sich an nichts mehr zu erinnern schien, und so versuchte er es erst gar nicht. Wer weiß, wie Souta darauf reagieren würde, dass die Dreizehnte ihm nach dem Leben trachtete oder dass ihr Sohn ihn geküsst hatte, als er schwach und hilflos im Koma gelegen war. Doch da war noch etwas, das Hiroki auf der Seele brannte: Soutas Genesung schritt schnell voran - was natürlich gut war, kein Zweifel - doch genauso schnell rückte auch der Tag näher, an dem Souta entlassen würde. Und was sollte er dann tun? Hiroki konnte und wollte nicht mehr ohne Souta sein. Doch wie sollte er es anstellen bis in alle Ewigkeit bei ihm bleiben zu können? Sich mit Handschellen an ihn ketten und den Schlüssel wegwerfen oder aufessen? Das wäre wohl Plan Z. Doch wo sollte er auf die Schnelle einen besseren Plan herzaubern?
Mit diesen und anderen Gedanken schritten die Tage voran, wurden zu Wochen und immer noch fehlte dieser ultimative Plan, nach dem Hiroki so verzweifelt suchte. Und so kam auch der Tag, an dem Souta entlassen werden sollte, mit seiner vollen Härte und Grausamkeit und trieb Hiroki an den Rand des Wahnsinns. So nahe war er dem Rand gekommen, dass er sich als letzte Rettung wirklich Handschellen gekauft hatte - mit rosa Plüsch, denn er wollte Souta natürlich nicht verletzen. Den ganzen Tag lief Hiroki aufgeregt im Zimmer umher und Souta sah ihm nach und fragte in regelmäßigen Abständen: "Was hast du?", worauf Hiroki jedes Mal antwortete: "Nichts..." und mit mürrischem Blick seinen Gang fortsetzte, während Souta sich das Lachen verkneifen musste, da er die ganze Szene recht belustigend fand.
Irgendwann jedoch klopfte es an der Tür und Hiroki wäre vor Schreck vom Stuhl gefallen, wäre er denn auf einem gesessen. Mit lachenden Gesichtern kamen Soutas Eltern herein, grüßten Hiroki und Soutas Mutter unterhielt sich angeregt mit ihrem Sohn, während sein Vater seinen Koffer für die Abreise packte und Hiroki aus einer Ecke heraus mit finsterem Blick die fröhliche Familie beobachtete. Nachdem der alte Herr Nobara dann auch den Papierkram erledigt hatte, wollte das Ehepaar schon aufbrechen um ihren Jüngsten und Einzigen endlich wieder nach Hause zu holen, als dieser meinte: "Wartet ihr noch draußen? Ich... will mich noch von Hiroki-san verabschieden.", woraufhin beide mit verständnisvollem Blick den Raum verließen und meinten, dass sie sich Kaffee besorgen werden und unten im Auto warten wollen.
Als sie nun das Zimmer verlassen hatten, hantierte Hiroki aufgeregt mit den Handschellen, die sich immer noch in der Tasche seines Arztkittels befanden, bis Souta schließlich meinte: "Hiroki-san, kommst du kurz her und hilfst mir? Ich will aufstehen."
"Was? Na... na gut.", entgegnete Hiroki etwas besorgt, denn Souta war immer noch sehr wackelig auf den Beinen. So näherte er sich dem Bett, legte seine Arme um den Jungen und auch dieser legte seine Arme um seinen Arzt, zog sich näher an ihn heran und ehe man sich versah, spürte Hiroki die weichen Lippen Soutas auf den seinen.
SLEEPING ROSE 7: The Green Day
Im Raum war wieder alles still geworden. Das Gerät hatte sich beruhigt, nachdem Hiroki den Halt der Elektrode korrigiert hatte, und auch kein Kleiderrascheln war zu hören, denn weder Patient noch Arzt bewegten sich. Der Patient, weil er immer noch tief in seinen Träumen gefangen war; der Arzt, weil dieser sich ebenfalls gerade wie in einem Traum fühlte und er nicht wusste, ob dies nun Realität oder Einbildung war. Die Szene vor seinen Augen entsprach wohl der Realität, doch was war mit dem Blut, dass in rasendem Tempo durch seinen Körper schoss, weil sein Herz vor Aufregung angefangen hatte so schnell zu schlagen, dass man glauben mochte, eine Herde Hengste trabte über eine Wiese?
Vielleicht war es wirklich nur ein Traum, denn Hiroki spürte eine fast magische Anziehungskraft, die von den Lippen des Jungen unter ihm auszugehen schien.
Hiroki schüttelte den Kopf und erhob sich wieder. Das MUSSTE er sich gerade eingebildet haben. Immerhin war der Junge vor ihm ein Patient und lag im Koma, wie konnte er da nur so etwas denken?
Bestimmt lag es daran, dass er so müde war. Der Tag war doch sehr aufregend gewesen. Erst war seine Mutter überraschend nach so vielen Jahren wieder aufgetaucht und dann hatte sich herausgestellt, dass sie diejenige gewesen war, die Souta-kun das angetan hatte. Nun wusste er auch endlich, warum seine Mutter vor so vielen Jahren vom einen auf den anderen Tag plötzlich verschwunden war, ohne ein Wort zu sagen. Als sein Vater ihm an diesem Tag gesagt hatte, dass seine Mutter gegangen sei, hatte Hiroki stundenlang in den Armen seines Vaters geweint und auch Wochen später war er nachts aufgewacht und hatte im ganzen Haus laut rufend nach seiner Mutter gesucht. Doch wenn sie Souta-kun genau an dem Tag attackiert hatte, an dem er zum ersten Mal allein das Haus verlassen hatte, musste sie die ganze Zeit in der Nähe gewesen sein. Oder hatte sie etwa einen Verbündeten im Anwesen? Oder gar jemanden mit der Beschattung des jungen Mannes beauftragt?
All das waren Fragen, die wohl so schnell nicht zu beantworten waren. Zuerst musste er seine Mutter wieder finden und das würde wohl nicht leicht werden.
Doch würde das alles nicht helfen um Souta-kun wieder aufzuwecken. Wie lange er wohl noch dort schlafen würde?
"Souta-kun...", sagte er, als er ihm sachte mit einer Hand über die Wange strich. "Wach doch wieder auf. Niemand kann dir hier etwas tun. Ich passe auf dich auf. Und... auch wenn sie meine Mutter ist, werde ich dich sicher vor ihr beschützen, hörst du? Also komm schon... bitte..."
Unmerklich war bei diesen Worten eine Träne über die Wange des Arztes gerollt. Dieser bemerkte es erst, als der Tropfen das Gesicht unter ihm berührte. Denn wieder hatte er sich dem Jungen genähert. Dem Jungen, den er um jeden Preis beschützen wollte. Der ihm in der kurzen Zeit schon wichtiger geworden war, als die Freiheit seiner eigenen Mutter.
Doch immer noch tat Souta keine Bewegung. Als würde er auf etwas wichtiges warten, wie die Pflanze, die Hiroki ihm geschenkt hatte, auf lebenswichtiges Wasser wartete um blühen zu können. Der junge Arzt warf einen flüchtigen Blick auf die Pflanze, nur um festzustellen, dass das trübe Braun einem saftigen Grün gewichen war und sie nun endlich wieder zum Leben erwacht war.
Ein Lächeln gesellte sich zu der wässrigen Tränenbahn in Hirokis Gesicht, und er legte seinen Blick wieder auf den hilflosen und schlafenden Menschen unter ihm.
"Erinnerst du dich?", begann er. "Du hast mir ein Versprechen gegeben. Du hast versprochen, dass du wieder aufwachst. Und ich verspreche dir jetzt auch was: Ich werde dich beschützen, egal vor wem oder vor was. Ich werde bei dir bleiben, solange du mich willst und alles von dir fern halten, was dir schaden könnte. Ich zeige dir die ganze Welt, wenn du willst, okay? Genau das... verspreche ich dir..."
Bei den letzten paar Worten senkte sich seine Stimme und wurde leiser, bis sie verstummt war. Und auch sein Kopf senkte sich, immer weiter und weiter und näher an das Gesicht des lieblichen Jünglings unter ihm.
"Ich versprechs...", flüsterte er, kurz bevor er die noch so geringe Distanz zwischen ihnen überbrückte und sanft seine Lippen auf die Soutas legte.
Die Lippen des geliebten Jungen waren so sanft und weich, dass der Arzt ewig so hätte verharren können. Und wie eine Ewigkeit schien es ihm auch, bis er ihre Verbindung wieder brach und sich schon wieder nach der Berührung seines Mundes zu sehnen begann.
"Ich versprechs dir... also wach wieder auf, Souta."
Sein Blick lag weiter auf dem Gesicht des Jungen, als er plötzlich spürte, wie die Hand, die er ja immer noch hielt, sich vorsichtig bewegte. Oder hatte ihm da seine Müdigkeit wieder nur einen Streich gespielt?
"Souta? Souta, hörst du mich?", fragte der Arzt aufgeregt, hielt seine Stimme jedoch leise. "Souta."
Wieder bewegte sich die Hand und schloss sich um die des Arztes. Das war nun wirklich kein Streich seiner Phantasie. Das durfte es einfach nicht sein.
Suchend huschten Hirokis Augen über Soutas Gesicht und endlich tat sich auch hier eine Regung.
Langsam, so unendlich langsam öffnete Souta seine Lider, blinzelte und ließ seinen Blick schließlich auf dem Gesicht des Menschen vor ihm ruhen.
"Ha...hallo...", brachte er mit gebrochener Stimme hervor und Hiroki dachte bei sich, dass die Augen Soutas immer noch genauso hell und voller Leben waren wie zu der Zeit, als sie sich kennen gelernt hatten.
"Hallo... Souta..." Und auch die Stimme des Arztes begann vor Erleichterung zu brechen und schließlich verstummte sie gänzlich. Eine weitere Träne hatte sich über die Wange des Arztes gestohlen und ihr folgten viele weitere und der gerade erwachte Junge war davon so verwundert, dass er langsam sie Hand des Weinenden drückte und fragte: "Was hast du? Geht es dir nicht gut?"
Hiroki erschien diese Situation so absurd, dass er leise lachen musste. Da lag der Patient unter ihm, gerade wieder aus dem Koma aufgewacht und fragte den Arzt, ob es ihm gut ginge.
"Ja, mir gehts gut.", meinte er mit einem leichten Grinsen, während er doch weiter vor lauter Freude weinte. "Mir gehts so gut wie schon lange nicht mehr."
Souta schien von diesen Worten nicht sonderlich überzeugt, denn er sah Hiroki weiter skeptisch an und drückte besorgt mit beiden Händen die des Weinenden.
"Ich... kenne dich. Du... hast mich gerade vor dem Motorrad gerettet. Wo sind wir?", fragte Souta, während er sich im Raum umsah.
"Das ist eine lange Geschichte, Souta. Ruh dich aus, okay?"
Hiroki wischte sich mit seiner freien Hand die Tränen aus dem Gesicht und versuchte sich wieder zu beruhigen. Doch allzu fröhlich war er, dass Souta wieder aufgewacht war. Und irgendwie war er auch traurig, dass er sich nicht an den Kuss erinnern würde, doch es schien ihm trotzdem, als könnte die Welt gerade nicht schöner sein. Der Junge hatte sein Versprechen gehalten, auch wenn er sich nicht erinnern konnte, und nun war es an ihm, auch sein Versprechen einzulösen und Souta vor seiner Mutter zu beschützen.
"Soll... soll ich dir etwas bringen? Hast du Durst?", fragte Hiroki, fürsorglich wie er als Arzt eben war.
Souta überlegte kurz. "Meine... meinte Eltern.", meinte er leise.
Natürlich würde er sie sehen wollen, nachdem die so lange voneinander getrennt waren.
"Aber... die arbeiten bestimmt gerade und haben keine Zeit für mich.", sagt er traurig.
"Nein! Nein...", entgegnete der Arzt schnell. Souta sollte nicht traurig sein, weder jetzt noch sonst irgendwann. "Ich werde sie rufen lassen, okay? Sie komme bestimmt... Jetzt, wo du endlich wieder wach bist."
Hiroki lächelte um den jungen Mann zu beruhigen und schon nach kurzer Zeit schenkte Souta ihm ein warmes, sanftes Lächeln, wie er es noch vor 100 Tagen getan hatte.
"Ich gehe schnell einer Schwester Bescheid sagen, dass sie bei dir zuhause anrufen soll. Ich bin gleich wieder da, okay?"
Mit diesen Worten stand Hiroki auf, ließ nur widerwillig Soutas Hände los und ging zum Schwesternzimmer um zu tun wie er eben gesagt hatte.
Nur eine Minute oder vielleicht auch zwei waren vergangen, als Hiroki wieder zurückkam und noch bevor er Soutas Zimmer erreicht hatte, hörte er jemanden leise wimmern und seinen Namen sagen. In Panik stieß Hiroki die Tür auf und fand einen ängstlichen Souta vor, der sich in seinem Bett zusammengekauert hatte und bei dem Anblick des Arztes in Tränen ausbrach.
"Hi-hiroki-san...", wimmerte er leise und streckte die Hand nach ihm aus. Hiroki ging sofort zum Rand des Bettes und nahm den ängstlichen Jungen in seine Arme.
"Hiroki-san... tut mir Leid. Ich... Als du gegangen bist, hatte ich plötzlich solche Angst, und ich weiß nicht mal vor was. Aber... ich hatte solche Angst...", sagte Souta unter Tränen und Hiroki wusste auch warum.
"Keine Sorge.", meinte Hiroki mit sanfter Stimme. "Ich bin da. Ich pass auf dich auf, ja?" Mit zittrigen Fingern strich er Souta über den Kopf, der sich aufgeregt an ihn klammerte und es schien, als wollte er ihn nicht mehr loslassen.
"Souta-kun... schlaf jetzt, okay? Du bist bestimmt müde, und ich bleibe auch hier, versprochen.", meinte Hiroki mit einem Lächeln. "Und ich werde dich wecken, wenn deine Eltern da sind."
Mit sanfter Gewalt schob er den Jungen von sich und half ihm sich wieder hinzulegen, denn nach über 3 Monaten Schlaf konnte Souta sich nur mit viel Mühe bewegen und bestimmt war er von der Aufregung sehr erschöpft und wollte wieder schlafen.
"Gut... dann gute Nacht.", meinte Souta mit einem leichten Lächeln auf den Lippen und ohne Hirokis Hand loszulassen.
Dieser ließ sich auf dem Stuhl vor Soutas Bett nieder und stützte sich mit den Ellenbogen auf dem Bett ab.
"Ja. Gute Nacht, Souta-kun."
"Und... danke,", meinte der Junge, bevor er wieder einschlief.
Wieder betrachtete Hiroki Souta und so erfreut war er über die Ereignisse, die dich gerade zugetragen hatte, dass er seine Augen nicht von Souta nehmen konnte und erfüllt von Glück und Erleichterung schlief auch er schließlich ein.
Und sie träumten einen Traum, der beiden ein Lächeln zu schenken vermochte.
Vielleicht war es wirklich nur ein Traum, denn Hiroki spürte eine fast magische Anziehungskraft, die von den Lippen des Jungen unter ihm auszugehen schien.
Hiroki schüttelte den Kopf und erhob sich wieder. Das MUSSTE er sich gerade eingebildet haben. Immerhin war der Junge vor ihm ein Patient und lag im Koma, wie konnte er da nur so etwas denken?
Bestimmt lag es daran, dass er so müde war. Der Tag war doch sehr aufregend gewesen. Erst war seine Mutter überraschend nach so vielen Jahren wieder aufgetaucht und dann hatte sich herausgestellt, dass sie diejenige gewesen war, die Souta-kun das angetan hatte. Nun wusste er auch endlich, warum seine Mutter vor so vielen Jahren vom einen auf den anderen Tag plötzlich verschwunden war, ohne ein Wort zu sagen. Als sein Vater ihm an diesem Tag gesagt hatte, dass seine Mutter gegangen sei, hatte Hiroki stundenlang in den Armen seines Vaters geweint und auch Wochen später war er nachts aufgewacht und hatte im ganzen Haus laut rufend nach seiner Mutter gesucht. Doch wenn sie Souta-kun genau an dem Tag attackiert hatte, an dem er zum ersten Mal allein das Haus verlassen hatte, musste sie die ganze Zeit in der Nähe gewesen sein. Oder hatte sie etwa einen Verbündeten im Anwesen? Oder gar jemanden mit der Beschattung des jungen Mannes beauftragt?
All das waren Fragen, die wohl so schnell nicht zu beantworten waren. Zuerst musste er seine Mutter wieder finden und das würde wohl nicht leicht werden.
Doch würde das alles nicht helfen um Souta-kun wieder aufzuwecken. Wie lange er wohl noch dort schlafen würde?
"Souta-kun...", sagte er, als er ihm sachte mit einer Hand über die Wange strich. "Wach doch wieder auf. Niemand kann dir hier etwas tun. Ich passe auf dich auf. Und... auch wenn sie meine Mutter ist, werde ich dich sicher vor ihr beschützen, hörst du? Also komm schon... bitte..."
Unmerklich war bei diesen Worten eine Träne über die Wange des Arztes gerollt. Dieser bemerkte es erst, als der Tropfen das Gesicht unter ihm berührte. Denn wieder hatte er sich dem Jungen genähert. Dem Jungen, den er um jeden Preis beschützen wollte. Der ihm in der kurzen Zeit schon wichtiger geworden war, als die Freiheit seiner eigenen Mutter.
Doch immer noch tat Souta keine Bewegung. Als würde er auf etwas wichtiges warten, wie die Pflanze, die Hiroki ihm geschenkt hatte, auf lebenswichtiges Wasser wartete um blühen zu können. Der junge Arzt warf einen flüchtigen Blick auf die Pflanze, nur um festzustellen, dass das trübe Braun einem saftigen Grün gewichen war und sie nun endlich wieder zum Leben erwacht war.
Ein Lächeln gesellte sich zu der wässrigen Tränenbahn in Hirokis Gesicht, und er legte seinen Blick wieder auf den hilflosen und schlafenden Menschen unter ihm.
"Erinnerst du dich?", begann er. "Du hast mir ein Versprechen gegeben. Du hast versprochen, dass du wieder aufwachst. Und ich verspreche dir jetzt auch was: Ich werde dich beschützen, egal vor wem oder vor was. Ich werde bei dir bleiben, solange du mich willst und alles von dir fern halten, was dir schaden könnte. Ich zeige dir die ganze Welt, wenn du willst, okay? Genau das... verspreche ich dir..."
Bei den letzten paar Worten senkte sich seine Stimme und wurde leiser, bis sie verstummt war. Und auch sein Kopf senkte sich, immer weiter und weiter und näher an das Gesicht des lieblichen Jünglings unter ihm.
"Ich versprechs...", flüsterte er, kurz bevor er die noch so geringe Distanz zwischen ihnen überbrückte und sanft seine Lippen auf die Soutas legte.
Die Lippen des geliebten Jungen waren so sanft und weich, dass der Arzt ewig so hätte verharren können. Und wie eine Ewigkeit schien es ihm auch, bis er ihre Verbindung wieder brach und sich schon wieder nach der Berührung seines Mundes zu sehnen begann.
"Ich versprechs dir... also wach wieder auf, Souta."
Sein Blick lag weiter auf dem Gesicht des Jungen, als er plötzlich spürte, wie die Hand, die er ja immer noch hielt, sich vorsichtig bewegte. Oder hatte ihm da seine Müdigkeit wieder nur einen Streich gespielt?
"Souta? Souta, hörst du mich?", fragte der Arzt aufgeregt, hielt seine Stimme jedoch leise. "Souta."
Wieder bewegte sich die Hand und schloss sich um die des Arztes. Das war nun wirklich kein Streich seiner Phantasie. Das durfte es einfach nicht sein.
Suchend huschten Hirokis Augen über Soutas Gesicht und endlich tat sich auch hier eine Regung.
Langsam, so unendlich langsam öffnete Souta seine Lider, blinzelte und ließ seinen Blick schließlich auf dem Gesicht des Menschen vor ihm ruhen.
"Ha...hallo...", brachte er mit gebrochener Stimme hervor und Hiroki dachte bei sich, dass die Augen Soutas immer noch genauso hell und voller Leben waren wie zu der Zeit, als sie sich kennen gelernt hatten.
"Hallo... Souta..." Und auch die Stimme des Arztes begann vor Erleichterung zu brechen und schließlich verstummte sie gänzlich. Eine weitere Träne hatte sich über die Wange des Arztes gestohlen und ihr folgten viele weitere und der gerade erwachte Junge war davon so verwundert, dass er langsam sie Hand des Weinenden drückte und fragte: "Was hast du? Geht es dir nicht gut?"
Hiroki erschien diese Situation so absurd, dass er leise lachen musste. Da lag der Patient unter ihm, gerade wieder aus dem Koma aufgewacht und fragte den Arzt, ob es ihm gut ginge.
"Ja, mir gehts gut.", meinte er mit einem leichten Grinsen, während er doch weiter vor lauter Freude weinte. "Mir gehts so gut wie schon lange nicht mehr."
Souta schien von diesen Worten nicht sonderlich überzeugt, denn er sah Hiroki weiter skeptisch an und drückte besorgt mit beiden Händen die des Weinenden.
"Ich... kenne dich. Du... hast mich gerade vor dem Motorrad gerettet. Wo sind wir?", fragte Souta, während er sich im Raum umsah.
"Das ist eine lange Geschichte, Souta. Ruh dich aus, okay?"
Hiroki wischte sich mit seiner freien Hand die Tränen aus dem Gesicht und versuchte sich wieder zu beruhigen. Doch allzu fröhlich war er, dass Souta wieder aufgewacht war. Und irgendwie war er auch traurig, dass er sich nicht an den Kuss erinnern würde, doch es schien ihm trotzdem, als könnte die Welt gerade nicht schöner sein. Der Junge hatte sein Versprechen gehalten, auch wenn er sich nicht erinnern konnte, und nun war es an ihm, auch sein Versprechen einzulösen und Souta vor seiner Mutter zu beschützen.
"Soll... soll ich dir etwas bringen? Hast du Durst?", fragte Hiroki, fürsorglich wie er als Arzt eben war.
Souta überlegte kurz. "Meine... meinte Eltern.", meinte er leise.
Natürlich würde er sie sehen wollen, nachdem die so lange voneinander getrennt waren.
"Aber... die arbeiten bestimmt gerade und haben keine Zeit für mich.", sagt er traurig.
"Nein! Nein...", entgegnete der Arzt schnell. Souta sollte nicht traurig sein, weder jetzt noch sonst irgendwann. "Ich werde sie rufen lassen, okay? Sie komme bestimmt... Jetzt, wo du endlich wieder wach bist."
Hiroki lächelte um den jungen Mann zu beruhigen und schon nach kurzer Zeit schenkte Souta ihm ein warmes, sanftes Lächeln, wie er es noch vor 100 Tagen getan hatte.
"Ich gehe schnell einer Schwester Bescheid sagen, dass sie bei dir zuhause anrufen soll. Ich bin gleich wieder da, okay?"
Mit diesen Worten stand Hiroki auf, ließ nur widerwillig Soutas Hände los und ging zum Schwesternzimmer um zu tun wie er eben gesagt hatte.
Nur eine Minute oder vielleicht auch zwei waren vergangen, als Hiroki wieder zurückkam und noch bevor er Soutas Zimmer erreicht hatte, hörte er jemanden leise wimmern und seinen Namen sagen. In Panik stieß Hiroki die Tür auf und fand einen ängstlichen Souta vor, der sich in seinem Bett zusammengekauert hatte und bei dem Anblick des Arztes in Tränen ausbrach.
"Hi-hiroki-san...", wimmerte er leise und streckte die Hand nach ihm aus. Hiroki ging sofort zum Rand des Bettes und nahm den ängstlichen Jungen in seine Arme.
"Hiroki-san... tut mir Leid. Ich... Als du gegangen bist, hatte ich plötzlich solche Angst, und ich weiß nicht mal vor was. Aber... ich hatte solche Angst...", sagte Souta unter Tränen und Hiroki wusste auch warum.
"Keine Sorge.", meinte Hiroki mit sanfter Stimme. "Ich bin da. Ich pass auf dich auf, ja?" Mit zittrigen Fingern strich er Souta über den Kopf, der sich aufgeregt an ihn klammerte und es schien, als wollte er ihn nicht mehr loslassen.
"Souta-kun... schlaf jetzt, okay? Du bist bestimmt müde, und ich bleibe auch hier, versprochen.", meinte Hiroki mit einem Lächeln. "Und ich werde dich wecken, wenn deine Eltern da sind."
Mit sanfter Gewalt schob er den Jungen von sich und half ihm sich wieder hinzulegen, denn nach über 3 Monaten Schlaf konnte Souta sich nur mit viel Mühe bewegen und bestimmt war er von der Aufregung sehr erschöpft und wollte wieder schlafen.
"Gut... dann gute Nacht.", meinte Souta mit einem leichten Lächeln auf den Lippen und ohne Hirokis Hand loszulassen.
Dieser ließ sich auf dem Stuhl vor Soutas Bett nieder und stützte sich mit den Ellenbogen auf dem Bett ab.
"Ja. Gute Nacht, Souta-kun."
"Und... danke,", meinte der Junge, bevor er wieder einschlief.
Wieder betrachtete Hiroki Souta und so erfreut war er über die Ereignisse, die dich gerade zugetragen hatte, dass er seine Augen nicht von Souta nehmen konnte und erfüllt von Glück und Erleichterung schlief auch er schließlich ein.
Und sie träumten einen Traum, der beiden ein Lächeln zu schenken vermochte.
SLEEPING ROSE 6: Tomorrow will be better
"Mutter... was... was tust du hier?", gab Hiroki verwirrt von sich, doch die Frau vor ihm starrte nur weiter starr auf den Jungen in dem weißen Bett.
"Mutter? Was hast du?"
"... die Dreizehnte..."
Vor Schreck drehte Hiroki sich um. Neben ihm stand die Mutter des Jungen, der vor ihnen schlafend in seinem weißen Bett lag und keine Bewegung tat. Und sie stand ebenso neben sich wie Hirokis Mutter es tat, als hätte man ihr gerade erzählt, dass ihr Sohn nicht mehr aufzuwachen vermochte.
"Was... was tun Sie hier?", wisperte sie, bewegte sich langsam auf die Frau im Raum zu. "Bitte... gehen Sie..."
Hiroki war mehr als konfus von der Szene, die sich ihm bot. Ob sich die beiden Frauen vertraut waren?
"Nobara-san, was meinten Sie eben mit 'Dreizehnte'?", fragte er vorsichtig, denn eine besondere Spannung lag in der Luft. Doch keine der beiden Frauen, geschweige denn der Junge in seinem Bett, wollte ihm Gehör schenken, weshalb er wieder fragte: "Nobara-san? Kennen Sie meine Mutter?"
"Wir kennen uns sehr wohl,", antwortete seine Mutter an Nobara-sans Stelle. Ihr Gesicht war bleich und kalter Schweiß stand auf ihrer Stirn. "Ich war eine der Ärzte, die euch zu eurem Sohn verholfen haben, nicht wahr? Ich hatte mir die meiste Mühe gegeben, und doch war ich nicht zu eurer schicken Baby-Party eingeladen... Aber ich hatte euch an dem Tag vorgewarnt... Ich werde es nicht vergessen. Und das habe ich auch nicht. Und irgendwann werde ich zu Ende bringen, was ich beim letzten Mal nicht geschafft habe..."
"Dann... dann waren Sie..." Nobara-san versagte die Stimme, so geschockt war sie von dem, was das Weib vor ihren Augen da vorbrachte. Sie drohte zu Boden zu stürzen, hätte Hiroki nicht geistesgegenwärtig einen Satz nach vorn getan um sie zu stützen und ihr auf den Stuhl zu helfen, der im Raum stand.
"Mutter... heißt das... heißt das, dass du Souta-kun das..." Und mit einem Male verstummte auch er. Denn es war ihm wieder eingefallen. Das Haus, in dessen Garage er Souta gefunden hatte. Es war das Haus seiner Mutter. Doch warum das alles? Was hatte seine Mutter mit dieser reichen Familie zu schaffen?
"Mutter..."
Gerade wollte Hiroki wieder etwas sagen, da stürzte seine Mutter zur Tür hinaus, nachdem sie noch einen letzten bösen Blick auf den Schlafenden und seine Mutter geworfen hatte.
"Mutter!"
Hiroki wollte ihr hinterher, doch als er zur Tür hinaus war, war seine Mutter verschwunden. Keine Regung war im Gang zu erkennen; kein Laut, der bis an sein Ohr drang. Resignierend machte er kehrt und ging in das Zimmer zurück.
"Sind Sie okay, Nobara-san?", fragte er vorsichtig.
"Was..? J-ja... ich... bin okay.", antwortete die Frau stockend.
Hiroki stand erst nur eine Weile im Raum, dann setzte er sich auf den zweiten Stuhl, der sonst immer nur in der Ecke des Raumes stand, und neben Soutas Mutter.
"Was meinte meine Mutter vorhin? Und welchen Grund hätte sie Souta so etwas anzutun?"
"Ihre Mutter... welche Ironie,", meinte Nobara-san mit traurigem Lächeln. "Mein Mann und ich hatten lange versucht ein Kind zu bekommen und als es nicht klappte, entschieden wir uns für künstliche Befruchtung und wollten natürlich nur die besten Ärzte, also entschieden wir uns für dieses Krankenhaus, in dem damals auch Ihre Mutter arbeitete. Sie war die Spezialistin und hatte alles beinahe allein getan. Als Souta dann zur Welt kam, gaben wir eine große Party, weil wir unser Glück mit unseren Freunden und auch unseren Ärzten feiern wollten, doch Ihre Mutter kam nicht. Also begann die Feier, doch mittendrin platzte plötzlich... Kijo-sensei wutentbrannt herein und schwor, dass sie sich dafür rächen würde, dass sie nicht eingeladen war... Aber das war alles nur ein dummes Missverständnis. Ihre Einladungskarte war nicht angekommen, weil jemand auf dem Postamt Kaffee über die Adresse gekippt hatte und die dann nicht mehr zu lesen war. Doch das wurde uns erst nach der Feier mitgeteilt und als wir sie suchen wollten, war sie umgezogen und keiner wusste, wo sie war. Und jetzt... will sie ihre Drohung wahr machen und uns wieder nehmen, wofür sie so lange gearbteitet hatte." Nobara-san war den Tränen nahe, das konnte man deutlich hören.
"Keine Sorge, hier ist er sicher. Ich werde auf Ihren Sohn aufpassen. Tag und Nacht, wenn es sein muss. Sie wird ihm nichts mehr tun, das verspreche ich." Und Hiroki war es ernst, sehr ernst. Für ein dummes Missverständnis wie dieses durfte niemand sein Leben lassen, und schon garnicht ein Junge, der noch sein ganzes Leben vor sich hatte.
Nachdem Hiroki eine Schwester gerufen hatte, die Nobara-san nach draußen begleiten sollte, kam er wieder in Soutas Zimmer zurück. Der Junge lag immernoch regungslos in seinem Bett, als wäre die ganze Szene eben garnicht passiert. Beinahe zeitlos schien dem jungen Arzt das Bild, das sich ihm bot. Als würde die Zeit einfach still stehen. Doch die Zeit sollte für Souta nicht still stehen. Sie sollte weiterlaufen und er sollte jede Sekunde genießen und nicht verschlafen.
"Souta... Wach endlich auf..."
Hiroki setzte sich auf den Rand des Bettes und nahm die Hand des schlafenden Jungen, als würde er wieder auf eine Reaktion von ihm warten. "Erinnerst du dich? Du hast versprochen, dass du wieder aufwachst. Und Versprechen bricht man nicht, das haben dir deine Eltern bestimmt beigebracht, nicht wahr?" Schatten der Verzweiflung schlichen sich in das Herz des jungen Assistenzarztes. Was, wenn der Junge wirklich nicht mehr aufwachen würde? Würde man irgendwann die Geräte einfach abschalten und ihn sterben lassen? Das könnte er nicht ertragen. Er hatte den Jungen in der kurzen Zeit so lieb gewonnen, dass er nicht mehr ohne ihn sein mochte. Auch zuhause dachte er an ihn und betete, was er sonst nie tat. Mochte er den Jungen womöglich lieber haben, als es sich ziemte? Seine Haut war so zart und so weich, dass er sie den ganzen Tag berühren wollte. Sein Gesicht war von solcher Schönheit, dass er sich nicht daran satt sehen konnte. Und dachte er an sein Lächeln, das der Junge ihm bei ihrer ersten Begegnung geschenkt hatte, wurde Hiroki ganz warm ums Herz.
Doch wieder tönte eines der Geräte mit unertäglichen Lauten, sodass Hiroki sich über Souta beugte und die Elektrode an seinem Kopf vorsichtig wieder befestigte. Lieber würde er sie alle abreißen, schoss ihm durch den Kopf. Auch sein Haar war ganz weich, fiel ihm da auf. Wie es wohl riechen würde? Nur einmal kurz... Und er beugte sich zu dem Jungen herab und roch an seinem Haar. Der betörende Duft stieg ihm in die Nase, vermischt mit dem typischen Krankenhausgeruch und doch reiner als so vieles auf dieser Welt. Und er war ihm nahe. Der Arzt war dem Patienten gefährlich nahe.
Und keinen Millimeter mehr wollte er weichen.
"Mutter? Was hast du?"
"... die Dreizehnte..."
Vor Schreck drehte Hiroki sich um. Neben ihm stand die Mutter des Jungen, der vor ihnen schlafend in seinem weißen Bett lag und keine Bewegung tat. Und sie stand ebenso neben sich wie Hirokis Mutter es tat, als hätte man ihr gerade erzählt, dass ihr Sohn nicht mehr aufzuwachen vermochte.
"Was... was tun Sie hier?", wisperte sie, bewegte sich langsam auf die Frau im Raum zu. "Bitte... gehen Sie..."
Hiroki war mehr als konfus von der Szene, die sich ihm bot. Ob sich die beiden Frauen vertraut waren?
"Nobara-san, was meinten Sie eben mit 'Dreizehnte'?", fragte er vorsichtig, denn eine besondere Spannung lag in der Luft. Doch keine der beiden Frauen, geschweige denn der Junge in seinem Bett, wollte ihm Gehör schenken, weshalb er wieder fragte: "Nobara-san? Kennen Sie meine Mutter?"
"Wir kennen uns sehr wohl,", antwortete seine Mutter an Nobara-sans Stelle. Ihr Gesicht war bleich und kalter Schweiß stand auf ihrer Stirn. "Ich war eine der Ärzte, die euch zu eurem Sohn verholfen haben, nicht wahr? Ich hatte mir die meiste Mühe gegeben, und doch war ich nicht zu eurer schicken Baby-Party eingeladen... Aber ich hatte euch an dem Tag vorgewarnt... Ich werde es nicht vergessen. Und das habe ich auch nicht. Und irgendwann werde ich zu Ende bringen, was ich beim letzten Mal nicht geschafft habe..."
"Dann... dann waren Sie..." Nobara-san versagte die Stimme, so geschockt war sie von dem, was das Weib vor ihren Augen da vorbrachte. Sie drohte zu Boden zu stürzen, hätte Hiroki nicht geistesgegenwärtig einen Satz nach vorn getan um sie zu stützen und ihr auf den Stuhl zu helfen, der im Raum stand.
"Mutter... heißt das... heißt das, dass du Souta-kun das..." Und mit einem Male verstummte auch er. Denn es war ihm wieder eingefallen. Das Haus, in dessen Garage er Souta gefunden hatte. Es war das Haus seiner Mutter. Doch warum das alles? Was hatte seine Mutter mit dieser reichen Familie zu schaffen?
"Mutter..."
Gerade wollte Hiroki wieder etwas sagen, da stürzte seine Mutter zur Tür hinaus, nachdem sie noch einen letzten bösen Blick auf den Schlafenden und seine Mutter geworfen hatte.
"Mutter!"
Hiroki wollte ihr hinterher, doch als er zur Tür hinaus war, war seine Mutter verschwunden. Keine Regung war im Gang zu erkennen; kein Laut, der bis an sein Ohr drang. Resignierend machte er kehrt und ging in das Zimmer zurück.
"Sind Sie okay, Nobara-san?", fragte er vorsichtig.
"Was..? J-ja... ich... bin okay.", antwortete die Frau stockend.
Hiroki stand erst nur eine Weile im Raum, dann setzte er sich auf den zweiten Stuhl, der sonst immer nur in der Ecke des Raumes stand, und neben Soutas Mutter.
"Was meinte meine Mutter vorhin? Und welchen Grund hätte sie Souta so etwas anzutun?"
"Ihre Mutter... welche Ironie,", meinte Nobara-san mit traurigem Lächeln. "Mein Mann und ich hatten lange versucht ein Kind zu bekommen und als es nicht klappte, entschieden wir uns für künstliche Befruchtung und wollten natürlich nur die besten Ärzte, also entschieden wir uns für dieses Krankenhaus, in dem damals auch Ihre Mutter arbeitete. Sie war die Spezialistin und hatte alles beinahe allein getan. Als Souta dann zur Welt kam, gaben wir eine große Party, weil wir unser Glück mit unseren Freunden und auch unseren Ärzten feiern wollten, doch Ihre Mutter kam nicht. Also begann die Feier, doch mittendrin platzte plötzlich... Kijo-sensei wutentbrannt herein und schwor, dass sie sich dafür rächen würde, dass sie nicht eingeladen war... Aber das war alles nur ein dummes Missverständnis. Ihre Einladungskarte war nicht angekommen, weil jemand auf dem Postamt Kaffee über die Adresse gekippt hatte und die dann nicht mehr zu lesen war. Doch das wurde uns erst nach der Feier mitgeteilt und als wir sie suchen wollten, war sie umgezogen und keiner wusste, wo sie war. Und jetzt... will sie ihre Drohung wahr machen und uns wieder nehmen, wofür sie so lange gearbteitet hatte." Nobara-san war den Tränen nahe, das konnte man deutlich hören.
"Keine Sorge, hier ist er sicher. Ich werde auf Ihren Sohn aufpassen. Tag und Nacht, wenn es sein muss. Sie wird ihm nichts mehr tun, das verspreche ich." Und Hiroki war es ernst, sehr ernst. Für ein dummes Missverständnis wie dieses durfte niemand sein Leben lassen, und schon garnicht ein Junge, der noch sein ganzes Leben vor sich hatte.
Nachdem Hiroki eine Schwester gerufen hatte, die Nobara-san nach draußen begleiten sollte, kam er wieder in Soutas Zimmer zurück. Der Junge lag immernoch regungslos in seinem Bett, als wäre die ganze Szene eben garnicht passiert. Beinahe zeitlos schien dem jungen Arzt das Bild, das sich ihm bot. Als würde die Zeit einfach still stehen. Doch die Zeit sollte für Souta nicht still stehen. Sie sollte weiterlaufen und er sollte jede Sekunde genießen und nicht verschlafen.
"Souta... Wach endlich auf..."
Hiroki setzte sich auf den Rand des Bettes und nahm die Hand des schlafenden Jungen, als würde er wieder auf eine Reaktion von ihm warten. "Erinnerst du dich? Du hast versprochen, dass du wieder aufwachst. Und Versprechen bricht man nicht, das haben dir deine Eltern bestimmt beigebracht, nicht wahr?" Schatten der Verzweiflung schlichen sich in das Herz des jungen Assistenzarztes. Was, wenn der Junge wirklich nicht mehr aufwachen würde? Würde man irgendwann die Geräte einfach abschalten und ihn sterben lassen? Das könnte er nicht ertragen. Er hatte den Jungen in der kurzen Zeit so lieb gewonnen, dass er nicht mehr ohne ihn sein mochte. Auch zuhause dachte er an ihn und betete, was er sonst nie tat. Mochte er den Jungen womöglich lieber haben, als es sich ziemte? Seine Haut war so zart und so weich, dass er sie den ganzen Tag berühren wollte. Sein Gesicht war von solcher Schönheit, dass er sich nicht daran satt sehen konnte. Und dachte er an sein Lächeln, das der Junge ihm bei ihrer ersten Begegnung geschenkt hatte, wurde Hiroki ganz warm ums Herz.
Doch wieder tönte eines der Geräte mit unertäglichen Lauten, sodass Hiroki sich über Souta beugte und die Elektrode an seinem Kopf vorsichtig wieder befestigte. Lieber würde er sie alle abreißen, schoss ihm durch den Kopf. Auch sein Haar war ganz weich, fiel ihm da auf. Wie es wohl riechen würde? Nur einmal kurz... Und er beugte sich zu dem Jungen herab und roch an seinem Haar. Der betörende Duft stieg ihm in die Nase, vermischt mit dem typischen Krankenhausgeruch und doch reiner als so vieles auf dieser Welt. Und er war ihm nahe. Der Arzt war dem Patienten gefährlich nahe.
Und keinen Millimeter mehr wollte er weichen.
SLEEPING ROSE 5: Her Diamonds
Stunden vergingen, wurden zu Tagen und wurden zu Monaten und immernoch schlief der liebliche Junge. Oder zumindest schien es so, wenn man ihn ansah. Er war fast so hübsch wie vor dem Vorfall, dachte Hiroki jedes Mal, wenn er nach ihm sah. Der Junge war blass, hatte zarte Haut, in der man keine Unreinheit erkennen konnte. Auch seine Lippen waren blass, doch er helle Rotton, der seinen Mund umrahmte, passte in das ganze Bild, mit weißem Bettlaken, dem ebenso weißen Hemd, das Souta trug und den gleichsam sterilen Wänden. Souta war blass, und doch konnte Hiroki sich nicht an seinem Anblick satt sehen. Jeden Tag saß er etwas länger bei ihm am Bett, beobachtete ihn und hoffte und betete auf ein weiteres Lebenszeichen als seinen langsamen Herzschlag und den ruhigen Atem des Jüngeren.
Und Hiroki stellte sich vor, was Souta wohl am liebsten tat, was er gerne essen mochte und ob er zahmes Vieh im Haus hielt, das ihn vermissen würde, wie es seine Eltern und das ganze Fußvolk in seiner Heimat tat. Seine Leibgarde hatte dem jungen Arzt berichtet, dass ein Jeder Souta lieb haben mochte und alle so betrübt wären, dass sie nicht mehr arbeiten wollten und nur um den Jungen trauerten.
Und auch Hiroki trauerte, wollte er Souta doch kennen lernen und nicht nur zu ihm, sondern auch MIT ihm sprechen, so wie sie sich vor langer Zeit in seiner Wohnung unterhalten hatten. Fast hundert Tage lag der Jüngling schon dort, angeschlossen an viele Gerätschaften, die ununterbrochen kurze Laute von sich gaben, um die Menschen daran zu erinnern, dass Souta noch lebte, und Hiroki hatte schließlich von ihm das Versprechen bekommen, dass er auch weiter leben wollte.
Als Hiroki also nun wieder einmal seine Schicht beendet hatte, und spät abends noch auf dem Weg war, um Souta Gesellschaft zu machen, dachte er bei sich, wie sehr ihm der Junge wohl fehle, wenn er entlassen werden würde. Er hatte sich schon so an die nächtlichen Besuche gewöhnt, dass er sich seinen Feierabend nicht mehr anders vorstellen konnte, und das alles definitiv vermissen würde.
So war er also gerade in Gedanken versunken, als er Soutas Zimmer betrat und nich wusste, was er von der Szene, die er vorfand, halten sollte.
Seine Mutter, ihres Zeichens ebenfalls Ärztin, stand in Soutas Zimmer, und mit ernstem Ausdruck lagen ihre Augen auf dem Gesicht des schlafenden Jungen. Sie stand am Bettende, ihre Hände lagen auf dem Metallgestell, das die Matratze trug und ihre Finger krampften sich um das Rohrgewinde, das Souta über dem Boden hielt.
"Mutter... was... was tust du hier?", gab Hiroki verwirrt von sich, doch die Frau vor ihm starrte nur weiter starr auf den Jungen in dem weißen Bett.
"Mutter? Was hast du?"
"... die Dreizehnte..."
Und Hiroki stellte sich vor, was Souta wohl am liebsten tat, was er gerne essen mochte und ob er zahmes Vieh im Haus hielt, das ihn vermissen würde, wie es seine Eltern und das ganze Fußvolk in seiner Heimat tat. Seine Leibgarde hatte dem jungen Arzt berichtet, dass ein Jeder Souta lieb haben mochte und alle so betrübt wären, dass sie nicht mehr arbeiten wollten und nur um den Jungen trauerten.
Und auch Hiroki trauerte, wollte er Souta doch kennen lernen und nicht nur zu ihm, sondern auch MIT ihm sprechen, so wie sie sich vor langer Zeit in seiner Wohnung unterhalten hatten. Fast hundert Tage lag der Jüngling schon dort, angeschlossen an viele Gerätschaften, die ununterbrochen kurze Laute von sich gaben, um die Menschen daran zu erinnern, dass Souta noch lebte, und Hiroki hatte schließlich von ihm das Versprechen bekommen, dass er auch weiter leben wollte.
Als Hiroki also nun wieder einmal seine Schicht beendet hatte, und spät abends noch auf dem Weg war, um Souta Gesellschaft zu machen, dachte er bei sich, wie sehr ihm der Junge wohl fehle, wenn er entlassen werden würde. Er hatte sich schon so an die nächtlichen Besuche gewöhnt, dass er sich seinen Feierabend nicht mehr anders vorstellen konnte, und das alles definitiv vermissen würde.
So war er also gerade in Gedanken versunken, als er Soutas Zimmer betrat und nich wusste, was er von der Szene, die er vorfand, halten sollte.
Seine Mutter, ihres Zeichens ebenfalls Ärztin, stand in Soutas Zimmer, und mit ernstem Ausdruck lagen ihre Augen auf dem Gesicht des schlafenden Jungen. Sie stand am Bettende, ihre Hände lagen auf dem Metallgestell, das die Matratze trug und ihre Finger krampften sich um das Rohrgewinde, das Souta über dem Boden hielt.
"Mutter... was... was tust du hier?", gab Hiroki verwirrt von sich, doch die Frau vor ihm starrte nur weiter starr auf den Jungen in dem weißen Bett.
"Mutter? Was hast du?"
"... die Dreizehnte..."
SLEEPING ROSE 4: Lover Awakened
Im Hause Nobara war sofort heller Aufruhr, als man erfuhr, dass der junge Herr erst ausgerissen war und nun sogar im Krankenhaus lag. Sofort waren die Eheleute zu ihrem Sohn geeilt, doch als sie im Krankenhaus angekommen waren, mussten sie erfahren, dass ihr Sohn im Koma lag. Erst wollten sie ihn nach Hause holen, doch man einigte sich mit dem Krankenhaus, dass dort alle nötigen Gerätschaften und Personal vorhanden waren und Souta dort deshalb gut aufgehoben sei. Seine Eltern waren von Berufs wegen nur selten zuhause und würden so ihren Sohn auch nicht viel öfter sehen.
So bekam Souta als Privatpatient ein eigenes Zimmer, das so wunderschön und groß war, dass sogar die Schwestern ihn darum beneiden mochten. Und neben den vielen Schwestern und seinen behandelnden Ärzten zählte auch Hiroki zu Soutas Besuchern. Des Nachts, wenn er vom Arbeiten erschöpft war, nahm er sich einen Stuhl und setzte sich neben Soutas Bett, um ihm kleine Geschichten zu erzählen oder seinem regelmäßigen Herzschlag zu lauschen oder ihn einfach nur zu betrachten. Einmal hatte er auch beim Einkaufen im Schaufenster eines Blumengeschäfts ein Gewächs gesehen, dass ihm so ins Auge gefallen war, dass er es kaufte und Souta zur Gesellschaft brachte.
Es war eine Wüstenrose, der Verkäufer hatte sie auch Rose von Jericho genannt.
“Weißt du,”, hatte Hiroki eines Nachts zu Souta gesagt. “meine Mutter hatte eine solche Blume neben ihrem Bett stehen, als sie mich zur Welt brachte. Ein befreundeter Gärtner hatte sie ihr geschenkt und gemeint, dass das Glück und ein langes Leben bringen soll. Meine Mutter liebte solche Geschichten. Sie war so abergläubisch.” Er lachte leise. “sie war ein wenig wie deine Mutter. Die ganze Zeit besorgt, und als ich in den Kindergarten kam, hat sie alle 5 Minuten angerufen um zu sehen, ob es mir gut geht. Aber... das ist lange her.” Sein trauriges Lächeln blieb dem kranken Jungen vor ihm verborgen, doch das war Hiroki auch Recht. Lange hatte er nicht mehr über seine Mutter gesprochen. Sie war Ärztin gewesen, genau wie sein Vater, hatte hier mit ihm zusammen gearbeitet. Doch eines Tages war etwas geschehen, was...
Hiroki sah auf. Eine der Maschinen hatte Alarm geschlagen. Er erhob sich, überbrückte die kurze Distanz zu Soutas Bett mit einem Schritt und sah, ob er helfen konnte. Doch es war nur eine Elektrode, die sich von Soutas Kopf gelöst hatte. Er setzte sie wieder an ihren ursprünglichen Platz und kümmerte sich auch um das Gerät, das nun wieder aufhörte so unerträglich zu piepen.
Hiroki seufzte leise auf, setzte sich wieder auf seinen Stuhl und betrachtete Souta weiter.
“Wach schnell wieder auf, Kleiner. Hörst du? Deine Eltern sind so krank vor Sorge, dass sie schon nicht mehr arbeiten wollen. Einer der Bodyguards meinte neulich zu mir, in eurem Haus sei es so still, dass man meinen könnte, das ganze Haus schliefe. Noch nicht mal die Vögel wollen mehr singen.”
Er beugte sich zu dem jungen Patient nach vorne und nahm seine Hand, strich ihm dabei mit dem Daumen über den Handrücken. Wieso hatte das Schicksal gerade ihn ausgewählt? Als Hiroki ihn kennen gelernt hatte, war er noch so lebendig gewesen, mit rosigen Wangen und liebevollen Augen. Augen, die nun geschlossen waren, und es war nicht absehbar, wann der Junge sie wieder öffnen würde.
“Wach schnell wieder auf,”, sagte er wieder, leise, beinahe zärtlich.
Und wie zur Bestätigung spürte er einen leichten Druck auf seiner Hand, der ohne Zweifel von Soutas schlafender Hand ausging.
Verwundert betrachtete Hiroki ihre Hände, sah auf das Gesicht des Jungen. Er schlief immer noch, das stand fest. Er atmete ruhig und tief, und keinerlei Regung war in seinem Gesicht erkennbar. Doch er hatte seine Hand gedrückt. Oder hatte Hiroki sich das nur eingebildet? Vielleicht lag es auch an dem wenigen Schlaf, den er bekam. Nein, Hiroki wollte und würde daran glauben, dass Souta ihm im Schlaf ein Zeichen gegeben hatte. Er wollte daran glauben, dass Souta kämpfte; kämpfte, um wieder zu leben, wie früher. Und er glaubte daran, dass Souta ihm gerade ein Versprechen gegeben hatte. Er würde wieder kommen. Er würde aufwachen, irgendwann.
Und auch Hiroki gab sich ein Versprechen: Wenn es so weit war, wäre er hier bei ihm und würde ihm zur Seite stehen, wie schon in dem vergangenen Wochen.
Doch die Wüstenrose, die doch auch als Zeichen der Auferstehung galt, wollte und wollte noch nicht aufblühen.
So bekam Souta als Privatpatient ein eigenes Zimmer, das so wunderschön und groß war, dass sogar die Schwestern ihn darum beneiden mochten. Und neben den vielen Schwestern und seinen behandelnden Ärzten zählte auch Hiroki zu Soutas Besuchern. Des Nachts, wenn er vom Arbeiten erschöpft war, nahm er sich einen Stuhl und setzte sich neben Soutas Bett, um ihm kleine Geschichten zu erzählen oder seinem regelmäßigen Herzschlag zu lauschen oder ihn einfach nur zu betrachten. Einmal hatte er auch beim Einkaufen im Schaufenster eines Blumengeschäfts ein Gewächs gesehen, dass ihm so ins Auge gefallen war, dass er es kaufte und Souta zur Gesellschaft brachte.
Es war eine Wüstenrose, der Verkäufer hatte sie auch Rose von Jericho genannt.
“Weißt du,”, hatte Hiroki eines Nachts zu Souta gesagt. “meine Mutter hatte eine solche Blume neben ihrem Bett stehen, als sie mich zur Welt brachte. Ein befreundeter Gärtner hatte sie ihr geschenkt und gemeint, dass das Glück und ein langes Leben bringen soll. Meine Mutter liebte solche Geschichten. Sie war so abergläubisch.” Er lachte leise. “sie war ein wenig wie deine Mutter. Die ganze Zeit besorgt, und als ich in den Kindergarten kam, hat sie alle 5 Minuten angerufen um zu sehen, ob es mir gut geht. Aber... das ist lange her.” Sein trauriges Lächeln blieb dem kranken Jungen vor ihm verborgen, doch das war Hiroki auch Recht. Lange hatte er nicht mehr über seine Mutter gesprochen. Sie war Ärztin gewesen, genau wie sein Vater, hatte hier mit ihm zusammen gearbeitet. Doch eines Tages war etwas geschehen, was...
Hiroki sah auf. Eine der Maschinen hatte Alarm geschlagen. Er erhob sich, überbrückte die kurze Distanz zu Soutas Bett mit einem Schritt und sah, ob er helfen konnte. Doch es war nur eine Elektrode, die sich von Soutas Kopf gelöst hatte. Er setzte sie wieder an ihren ursprünglichen Platz und kümmerte sich auch um das Gerät, das nun wieder aufhörte so unerträglich zu piepen.
Hiroki seufzte leise auf, setzte sich wieder auf seinen Stuhl und betrachtete Souta weiter.
“Wach schnell wieder auf, Kleiner. Hörst du? Deine Eltern sind so krank vor Sorge, dass sie schon nicht mehr arbeiten wollen. Einer der Bodyguards meinte neulich zu mir, in eurem Haus sei es so still, dass man meinen könnte, das ganze Haus schliefe. Noch nicht mal die Vögel wollen mehr singen.”
Er beugte sich zu dem jungen Patient nach vorne und nahm seine Hand, strich ihm dabei mit dem Daumen über den Handrücken. Wieso hatte das Schicksal gerade ihn ausgewählt? Als Hiroki ihn kennen gelernt hatte, war er noch so lebendig gewesen, mit rosigen Wangen und liebevollen Augen. Augen, die nun geschlossen waren, und es war nicht absehbar, wann der Junge sie wieder öffnen würde.
“Wach schnell wieder auf,”, sagte er wieder, leise, beinahe zärtlich.
Und wie zur Bestätigung spürte er einen leichten Druck auf seiner Hand, der ohne Zweifel von Soutas schlafender Hand ausging.
Verwundert betrachtete Hiroki ihre Hände, sah auf das Gesicht des Jungen. Er schlief immer noch, das stand fest. Er atmete ruhig und tief, und keinerlei Regung war in seinem Gesicht erkennbar. Doch er hatte seine Hand gedrückt. Oder hatte Hiroki sich das nur eingebildet? Vielleicht lag es auch an dem wenigen Schlaf, den er bekam. Nein, Hiroki wollte und würde daran glauben, dass Souta ihm im Schlaf ein Zeichen gegeben hatte. Er wollte daran glauben, dass Souta kämpfte; kämpfte, um wieder zu leben, wie früher. Und er glaubte daran, dass Souta ihm gerade ein Versprechen gegeben hatte. Er würde wieder kommen. Er würde aufwachen, irgendwann.
Und auch Hiroki gab sich ein Versprechen: Wenn es so weit war, wäre er hier bei ihm und würde ihm zur Seite stehen, wie schon in dem vergangenen Wochen.
Doch die Wüstenrose, die doch auch als Zeichen der Auferstehung galt, wollte und wollte noch nicht aufblühen.
SLEEPING ROSE 3: The Inner Chamber Fair
So war der junge Arzt nun wieder allein, und weil ihm nichts anderes einfallen wollte und der Tag heute so schön war, trat er abermals ins Freie und atmete einmal tief. Immer noch wunderte er sich, wo der junge Mann, den er vorhin vor dem Motorrad gerettet hatte, herkam und vor allem wo er so schnell hinwollte, dass er noch nicht einmal genug Zeit hatte, um sich richtig zu verabschieden. Der junge Mann war überaus hübsch anzusehen und deshalb wollte sein Abbild auch nicht aus Hirokis Kopf verschwinden. Besonders seine Haut war ihm aufgefallen, die so zart war, dass Hiroki beinahe Angst hatte, sie würde zerreißen, als er die Wunde an Soutas Arm behandelt hatte. Er hatte keine einzige Unreinheit ausmachen können, auch nicht, als er in sein Gesicht blickte (und dass er deswegen auch ein klein wenig neidisch war, muss ich hier wohl keinem sagen, oder?).
Diese Gedanken schlichen ihm durch den Kopf (nein, sie schossen nicht, denn der Tag war zu schön, um so schnell zu denken), als er durch die Straßen der Stadt schlenderte und unbewusst auf ein ihm bekanntes Haus auf einem kleinen Hügel zusteuerte. Es war ein hübsches weißes Jugendstilhaus mit großem Garten und auch einer kleinen Garage, die sich direkt neben dem weißen Tor befand. Doch Hiroki erblickte noch etwas weißes, was nicht so recht ins Bild passen wollte: Rauch, der durch das Garagentor nach außen drang, gepaart mit dem Geräusch eines laufenden Autos. Dies erschien ihm ungewöhnlich und so beschleunigte er seine Schritte, öffnete das Garagentor und wurde von einer dicken weißen Rauchwolke umschlossen. Nach wenigen Momenten schon war die Sicht freier, sodass sich Hiroki weiter ins Innere des kleinen Häuschens vorwagte und etwas erblickte, das ihm nicht gefallen wollte: Direkt neben dem Auto lag auf dem Boden eine zierliche menschliche Gestalt, die sich nicht regte und wirkte, als ob sie schlafen würde. Geistesgegenwärtig fasste Hiroki nach dem Menschlein und schleifte den bewusstlosen Körper an die frische Luft. Als er die Person auf den Bürgersteig legte und in sein Gesicht blickte, kam ihm dieses sofort bekannt vor: Der junge Mann, den er vorhin noch vor dem Motorradfahrer beschützt hatte.
"Hey... hey, Kleiner! Wach auf, hörst du?", sagte Hiroki, während er vorsichtig Souta kleine Ohrfeigen gab, um ihn wieder aufzuwecken, doch gelingen wollte es ihm nicht. Deshalb beugte er sich zu dem Jungen hinunter und horchte, ob er noch atmete, was glücklicherweise der Fall war, und auch sein Puls war da, wenn er auch schwach war.
"Verdammt... komm schon!" Hiroki griff nach seinem Handy und wählte die Nummer des Krankenhauses, in dem er arbeitete, um einen Krankenwagen zu rufen. Als auch das erledigt hatte, vergewisserte er sich nochmals, ob der Junge noch atmete und tat auch sonst alles, um ihn so gut wie möglich zu versorgen.
Auch als der Krankenwagen kam und Souta in das Krankenhaus von Hirokis Vater fuhr, wich der junge Arzt nicht von der Seite seines Bekannten, während Souta mit Sauerstoff versorgt wurde und viele Ärzte und Schwestern des Krankenhauses sich um ihn bemühten. Unser Arzt jedoch war von der Behandlung ausgeschlossen, denn das Krankenhaus beschäftigte Spezialisten für solche Fälle, weshalb er den Jungen auch gut aufgehoben wusste. Dennoch blieb er im Krankenhaus, um mit ihm zu sprechen, sobald er wieder auf dem Damm war.
Doch, ach, wie unglücklich war er, als er erfahren musste, dass der hübsche Jüngling nicht aus seinem Schlaf erwachen wollte?
Diese Gedanken schlichen ihm durch den Kopf (nein, sie schossen nicht, denn der Tag war zu schön, um so schnell zu denken), als er durch die Straßen der Stadt schlenderte und unbewusst auf ein ihm bekanntes Haus auf einem kleinen Hügel zusteuerte. Es war ein hübsches weißes Jugendstilhaus mit großem Garten und auch einer kleinen Garage, die sich direkt neben dem weißen Tor befand. Doch Hiroki erblickte noch etwas weißes, was nicht so recht ins Bild passen wollte: Rauch, der durch das Garagentor nach außen drang, gepaart mit dem Geräusch eines laufenden Autos. Dies erschien ihm ungewöhnlich und so beschleunigte er seine Schritte, öffnete das Garagentor und wurde von einer dicken weißen Rauchwolke umschlossen. Nach wenigen Momenten schon war die Sicht freier, sodass sich Hiroki weiter ins Innere des kleinen Häuschens vorwagte und etwas erblickte, das ihm nicht gefallen wollte: Direkt neben dem Auto lag auf dem Boden eine zierliche menschliche Gestalt, die sich nicht regte und wirkte, als ob sie schlafen würde. Geistesgegenwärtig fasste Hiroki nach dem Menschlein und schleifte den bewusstlosen Körper an die frische Luft. Als er die Person auf den Bürgersteig legte und in sein Gesicht blickte, kam ihm dieses sofort bekannt vor: Der junge Mann, den er vorhin noch vor dem Motorradfahrer beschützt hatte.
"Hey... hey, Kleiner! Wach auf, hörst du?", sagte Hiroki, während er vorsichtig Souta kleine Ohrfeigen gab, um ihn wieder aufzuwecken, doch gelingen wollte es ihm nicht. Deshalb beugte er sich zu dem Jungen hinunter und horchte, ob er noch atmete, was glücklicherweise der Fall war, und auch sein Puls war da, wenn er auch schwach war.
"Verdammt... komm schon!" Hiroki griff nach seinem Handy und wählte die Nummer des Krankenhauses, in dem er arbeitete, um einen Krankenwagen zu rufen. Als auch das erledigt hatte, vergewisserte er sich nochmals, ob der Junge noch atmete und tat auch sonst alles, um ihn so gut wie möglich zu versorgen.
Auch als der Krankenwagen kam und Souta in das Krankenhaus von Hirokis Vater fuhr, wich der junge Arzt nicht von der Seite seines Bekannten, während Souta mit Sauerstoff versorgt wurde und viele Ärzte und Schwestern des Krankenhauses sich um ihn bemühten. Unser Arzt jedoch war von der Behandlung ausgeschlossen, denn das Krankenhaus beschäftigte Spezialisten für solche Fälle, weshalb er den Jungen auch gut aufgehoben wusste. Dennoch blieb er im Krankenhaus, um mit ihm zu sprechen, sobald er wieder auf dem Damm war.
Doch, ach, wie unglücklich war er, als er erfahren musste, dass der hübsche Jüngling nicht aus seinem Schlaf erwachen wollte?
SLEEPING ROSE 2: The Claiming Of Sleeping Beauty
Angelangt in der Wohnung des hübschen Unbekannten setzte Souta sich auf die Couch, während der Andere sich auf die Suche nach seinem Erste-Hilfe-Kasten machte.
Als Dornröschen sich umsah, erblickte es viele hübsche Bilder an der Wand und eine wunderhübsche Spindel zierte die Kammer, in der es ach so viele wunderliche Dinge zu besehen gab. Das Kind besann sich, und wollte die Spindel berühren, doch da ward der Prinz zurückgekehrt und sagte zu ihm: "Setz dich, Kleiner, das muss behandelt werden."
Souta nickte und setzte sich wieder zurück auf die Couch. Sein Gegenüber nahm sich einen Stuhl vom Esstisch und stellte ihn vor Souta, setzte sich dann darauf.
"Erm... wir haben uns noch gar nicht vorgestellt. Ich heiße Nobara, Nobara Souta. Und Sie?", meinte Souta mit leiser Stimme, denn der Erzählerin war es zu blöd, sich bei den Bezeichnungen für den eigentlichen Prinzen andauernd zu wiederholen.
'Dann wollen wir der Erzählerin diesen Wunsch eben erfüllen, auch wenn sie sich bei Souta ebenfalls dauernd wiederholt', musste der Unbekannte wohl denken und antwortete: "Entschuldigung, du hast Recht. Mein Name ist Ishitogu Hiroki, angenehm."
Er lächelte, und seine Gesicht strahlte dabei, wie Souta es selten gesehen hatte. Er war fasziniert von dem jungen Mann, was vielleicht auch daran lag, dass er selten Fremde traf und dazu noch welche, die so gut aussahen und so nett zu ihm waren wie dieser. Sicher waren alle Fremden, die er bisher getroffen hatte, nett zu ihm gewesen, doch das war nur, weil sie seinen Eltern imponieren wollten. Doch Hiroki war der erste, der nur wegen seinem Wesen nett zu ihm war, nicht, weil seine Eltern vermögend und einflussreich waren.
"Freut mich ebenfalls,", antwortete er schüchtern, während Ishitogu Hiroki seinen Verbandskasten aufklappte und diverse Utensilien herausfischte. Souta sah ihm dabei zu, wie vorsichtig seine Schürfwunde am Arm behandelt wurde. "Sie... machen das sehr gut,", meinte der Kleinere lächelnd. Ishitogu sah kurz auf, grinste und widmete sich dann wieder der Wunde. "Das liegt daran, dass ich Assistenzarzt im Krankenhaus in der Nähe bin. Ich wäre schön blöd, wenn ich 'ne einfache Schürfwunde nicht behandeln könnte,", entgegnete er Souta. "Oh" war dessen einziger Kommentar. Er traute sich nicht wirklich ein Gespräch aufzubauen, immerhin war er nicht wirklich geübt darin und er wollte seine neue hübsche Bekanntschaft, die ihm irgendwie den Kopf verdreht hatte, nicht gleich wieder vergraulen.
"So, fertig,", meinte Ishitogu nach einer Weile, und wieder schenkte er Souta ein Lächeln.
"D-danke, Ishitogu-san... und entschuldigen Sie bitte, dass ich vorhin so unhöflich war. Ich... war wohl etwas verwirrt von dem Beinahe-Unfall."
Mittlerweile leicht rot geworden, stand Souta auf und verbeugte sich tief.
"Kein Ding, wirklich. Und nenn mich doch Hiroki, Ishitogu klingt so... steif...", meinte Hiroki grinsend. Und da fiel es Souta wie Schuppen von den Augen.
"Hi-hiroki-san... ist dein Vater zufällig auch Arzt?", fragte Souta.
"Ja, wegen ihm habe ich Medizin studiert. Ihm gehört das Krankenhaus, in dem ich arbeite. Wieso? Kennst du ihn?", fragte Hiroki neugierig und stand ebenfalls auf, um den Kasten und den Stuhl wieder wegzuräumen.
"Ja,", antwortete Souta. "Er... ist mein behandelnder Arzt, seit ich klein bin."
Dann war Hiroki der Sohn von dem, den seine Eltern oft nur den Zwölften nannten.
Seine Eltern... Er musste so schnell wie möglich nach Hause, bevor sie noch merkten, dass er weg war.
"Tut mir Leid, ich muss jetzt gehen,", meinte er hastig, verbeugte ich und sprintete zur Tür.
"Auf Wiedersehen,", rief Hiroki ihm noch hinterher und während er noch seine Wohnungstür sah, die gerade zugeschlagen wurde, wunderte er sich darüber, wo Souta so dringend hinmusste.
"Souta...", sagte er lächelnd zu sich selbst. "Schade, dass unser Treffen nur so kurz war... Dabei warst du echt..."
Es geschah, dass an dem Tage, wo der König und die Königin nicht zu Haus waren, und das Kind ganz allein im Schloss zurückblieb. Da ging es allerorten herum, besah Stuben und Kammern, wie es Lust hatte, und kam endlich auch an einen alten Turm.
Und dort wollte es allein nicht wieder herausfinden.
Als Dornröschen sich umsah, erblickte es viele hübsche Bilder an der Wand und eine wunderhübsche Spindel zierte die Kammer, in der es ach so viele wunderliche Dinge zu besehen gab. Das Kind besann sich, und wollte die Spindel berühren, doch da ward der Prinz zurückgekehrt und sagte zu ihm: "Setz dich, Kleiner, das muss behandelt werden."
Souta nickte und setzte sich wieder zurück auf die Couch. Sein Gegenüber nahm sich einen Stuhl vom Esstisch und stellte ihn vor Souta, setzte sich dann darauf.
"Erm... wir haben uns noch gar nicht vorgestellt. Ich heiße Nobara, Nobara Souta. Und Sie?", meinte Souta mit leiser Stimme, denn der Erzählerin war es zu blöd, sich bei den Bezeichnungen für den eigentlichen Prinzen andauernd zu wiederholen.
'Dann wollen wir der Erzählerin diesen Wunsch eben erfüllen, auch wenn sie sich bei Souta ebenfalls dauernd wiederholt', musste der Unbekannte wohl denken und antwortete: "Entschuldigung, du hast Recht. Mein Name ist Ishitogu Hiroki, angenehm."
Er lächelte, und seine Gesicht strahlte dabei, wie Souta es selten gesehen hatte. Er war fasziniert von dem jungen Mann, was vielleicht auch daran lag, dass er selten Fremde traf und dazu noch welche, die so gut aussahen und so nett zu ihm waren wie dieser. Sicher waren alle Fremden, die er bisher getroffen hatte, nett zu ihm gewesen, doch das war nur, weil sie seinen Eltern imponieren wollten. Doch Hiroki war der erste, der nur wegen seinem Wesen nett zu ihm war, nicht, weil seine Eltern vermögend und einflussreich waren.
"Freut mich ebenfalls,", antwortete er schüchtern, während Ishitogu Hiroki seinen Verbandskasten aufklappte und diverse Utensilien herausfischte. Souta sah ihm dabei zu, wie vorsichtig seine Schürfwunde am Arm behandelt wurde. "Sie... machen das sehr gut,", meinte der Kleinere lächelnd. Ishitogu sah kurz auf, grinste und widmete sich dann wieder der Wunde. "Das liegt daran, dass ich Assistenzarzt im Krankenhaus in der Nähe bin. Ich wäre schön blöd, wenn ich 'ne einfache Schürfwunde nicht behandeln könnte,", entgegnete er Souta. "Oh" war dessen einziger Kommentar. Er traute sich nicht wirklich ein Gespräch aufzubauen, immerhin war er nicht wirklich geübt darin und er wollte seine neue hübsche Bekanntschaft, die ihm irgendwie den Kopf verdreht hatte, nicht gleich wieder vergraulen.
"So, fertig,", meinte Ishitogu nach einer Weile, und wieder schenkte er Souta ein Lächeln.
"D-danke, Ishitogu-san... und entschuldigen Sie bitte, dass ich vorhin so unhöflich war. Ich... war wohl etwas verwirrt von dem Beinahe-Unfall."
Mittlerweile leicht rot geworden, stand Souta auf und verbeugte sich tief.
"Kein Ding, wirklich. Und nenn mich doch Hiroki, Ishitogu klingt so... steif...", meinte Hiroki grinsend. Und da fiel es Souta wie Schuppen von den Augen.
"Hi-hiroki-san... ist dein Vater zufällig auch Arzt?", fragte Souta.
"Ja, wegen ihm habe ich Medizin studiert. Ihm gehört das Krankenhaus, in dem ich arbeite. Wieso? Kennst du ihn?", fragte Hiroki neugierig und stand ebenfalls auf, um den Kasten und den Stuhl wieder wegzuräumen.
"Ja,", antwortete Souta. "Er... ist mein behandelnder Arzt, seit ich klein bin."
Dann war Hiroki der Sohn von dem, den seine Eltern oft nur den Zwölften nannten.
Seine Eltern... Er musste so schnell wie möglich nach Hause, bevor sie noch merkten, dass er weg war.
"Tut mir Leid, ich muss jetzt gehen,", meinte er hastig, verbeugte ich und sprintete zur Tür.
"Auf Wiedersehen,", rief Hiroki ihm noch hinterher und während er noch seine Wohnungstür sah, die gerade zugeschlagen wurde, wunderte er sich darüber, wo Souta so dringend hinmusste.
"Souta...", sagte er lächelnd zu sich selbst. "Schade, dass unser Treffen nur so kurz war... Dabei warst du echt..."
Es geschah, dass an dem Tage, wo der König und die Königin nicht zu Haus waren, und das Kind ganz allein im Schloss zurückblieb. Da ging es allerorten herum, besah Stuben und Kammern, wie es Lust hatte, und kam endlich auch an einen alten Turm.
Und dort wollte es allein nicht wieder herausfinden.
SLEEPING ROSE 1: Nobara-Hime
Oh, wie ihm diese Eltern auf den Geist gehen konnten. Manchmal übertrieben sie es wirklich mit ihrer Fürsorge.
Natürlich, mit durchgedrehten Wahnsinnigen war nicht zu spaßen, aber mussten die ihn deshalb jede Woche zum Hautarzt schicken? Ishitogu-sensei, den seine Eltern übrigens immer den 'Zwölften' nannten, war zwar ein netter Kerl, aber Nobara Souta wollte auch mal andere Leute sehen als immer nur Ärzte, Security und seine Eltern um sich herum haben. Rausgehen, Freunde treffen, Spaß haben war alles, was er wollte. Und was bekam er? Große bullige Kerle in schwarzen Shirts, sonnenbebrillt, kahl geschoren (und das nicht nur auf dem Kopf... aber lassen wir das...) und immer griesgrämig dreinblickend. Konnte man mit solchen Leuten Spaß haben? Manche vielleicht, aber Souta jedenfalls nicht. Nur gut, dass ihm die Kerle nicht auch noch bis auf die Toilette folgten. Souta liebte seine Eltern zwar, aber was zu viel war, war einfach zu viel. Sogar Privatlehrer hatten sie ihm engagiert, weshalb er keinen einzigen Freund (und schon gar nicht in seinem Alter) hatte.
Souta war überaus intelligent, und wäre er nicht so schwer bewacht, wäre er wohl auch von Model-Scouts belagert worden, so hübsch war er anzusehen, doch waren seine Eltern stets um das Wohl ihres Sohnes in Sorge und so kam niemand in seine Nähe, ohne nicht vor den prüfenden Blicken von Vater und Mutter (und den prüfenden Privatdetektiven, die von selbigen engagiert wurden) bestehen zu können. So ward ihr Kind vor allen Gefahren den Lebens beschützt, wie von einer unsichtbaren Dornenhecke, bei der kein Durchkommen möglich war.
Doch unser lieber Souta, mittlerweile süße 19 Jahre alt, hatte genug von all dem. Er hatte versucht, seinen Eltern mit Worten klar zu machen, dass er endlich sein Leben selbst in die Hand nehmen und die Welt kennen lernen wollte, doch die wollten nicht einsehen, dass ihr Sohn mittlerweile schon ein fast erwachsener Mann war und durchaus einen eigenen Willen hatte. Allerdings kann auch jeder, der selbst Kinder hat, verstehen, dass man seine Kinder gut beschützt wissen will, wenn da draußen so schlimme Dinge wie tollwütige Ärzte mit Pickel-Drohung lauerten. Und weil Souta es schon so oft mit Worten versucht hatte und die nichts, aber rein gar nichts gebracht hatten, waren jetzt Taten ganz oben in seinen Trendcharts.
Während seine Eltern am frühen Abend auf einer High Society Party eingeladen waren und ihn wie immer zuhause mit seinem Schutztrupp zurückgelassen hatten, gelang es Souta durch ein kleines Fenster im Badezimmer der Horde von zweibeinigen Wachhunden zu entkommen und endlich den süßen Duft der Freiheit zu schnuppern. Gott sei dank kannte er das große Anwesen, das natürlich mit hochsensiblen Sicherheitssystemen ausgestattet war, wie seine Westentasche, weshalb er unbemerkt vom Grundstück flüchten konnte.
“Ah... Achtung, Welt, jetzt komme ich!” waren seine ersten Worte auf unbekanntem Boden. Er lachte, überquerte die Straße und zog ein in die große weite Welt.
Doch seine Eltern hatten mit ihrer Angst um ihren Sohn nicht gerade Unrecht, wenn bedachte, dass es auch viel anderes außer der Dreizehnten gibt, das gefährlich ist.
So zum Beispiel das Motorrad, das gerade um die Ecke bog und wie so oft keinen großen Wert auf Geschwindigkeitsbegrenzungen zu legen schien. Beinahe wäre Souta, der viel zu vertieft in seine neu gewonnene Welt der Freiheit war und dagegen von der Realität nichts mehr mitzubekommen schien, von dem mechanischen Ross angefahren worden, wäre da nicht von hinten laut schreiend ein junger Mann angerannt gekommen, der Souta an beidem Armen packte und zurück auf den Bürgersteig zog. Doch der mutige Unbekannte hatte natürlich so heftig an ihm gezogen, dass sie beide auf dem harten Steinpflaster landeten und Souta deshalb vor Schreck fast zu weinen begann.
“Aua, verdammt! Was sollte das denn? Ich blute!”, gab Souta verstört von sich. Das ließ dann wohl vermuten, dass er selbst in dieser komischen Situation das Motorrad nicht wahrgenommen hatte.
Doch anstatt empört davon zu stolzieren, rappelte sich der Unbekannte wieder auf, hielt Souta die Hand als Hilfe an und sagte dabei mit sanfter Stimme: “Ich hab dich gerade vor mindestens 4 Wochen Krankenhaus bewahrt.” Er grinste, und wo er Recht hatte, hatte er wohl definitiv Recht, denn dieser Motorradfahrer war bei weitem keine 50 km/h gefahren, was sich auch darin zeigte, dass er etwas weiter die Straße hinunter von der Polizei angehalten worden war.
Souta blickte verwirrt die Straße entlang, erspähte den (eigentlich recht winzigen) Fahrer und die beiden Beamten, sah dann wieder zurück zu seinem Lebensretter und ergriff schließlich trotz etwas Angst seine Hand.
Angst vielleicht deshalb, weil er noch nie einem Fremden die Hand gereicht hatte.
Natürlich, mit durchgedrehten Wahnsinnigen war nicht zu spaßen, aber mussten die ihn deshalb jede Woche zum Hautarzt schicken? Ishitogu-sensei, den seine Eltern übrigens immer den 'Zwölften' nannten, war zwar ein netter Kerl, aber Nobara Souta wollte auch mal andere Leute sehen als immer nur Ärzte, Security und seine Eltern um sich herum haben. Rausgehen, Freunde treffen, Spaß haben war alles, was er wollte. Und was bekam er? Große bullige Kerle in schwarzen Shirts, sonnenbebrillt, kahl geschoren (und das nicht nur auf dem Kopf... aber lassen wir das...) und immer griesgrämig dreinblickend. Konnte man mit solchen Leuten Spaß haben? Manche vielleicht, aber Souta jedenfalls nicht. Nur gut, dass ihm die Kerle nicht auch noch bis auf die Toilette folgten. Souta liebte seine Eltern zwar, aber was zu viel war, war einfach zu viel. Sogar Privatlehrer hatten sie ihm engagiert, weshalb er keinen einzigen Freund (und schon gar nicht in seinem Alter) hatte.
Souta war überaus intelligent, und wäre er nicht so schwer bewacht, wäre er wohl auch von Model-Scouts belagert worden, so hübsch war er anzusehen, doch waren seine Eltern stets um das Wohl ihres Sohnes in Sorge und so kam niemand in seine Nähe, ohne nicht vor den prüfenden Blicken von Vater und Mutter (und den prüfenden Privatdetektiven, die von selbigen engagiert wurden) bestehen zu können. So ward ihr Kind vor allen Gefahren den Lebens beschützt, wie von einer unsichtbaren Dornenhecke, bei der kein Durchkommen möglich war.
Doch unser lieber Souta, mittlerweile süße 19 Jahre alt, hatte genug von all dem. Er hatte versucht, seinen Eltern mit Worten klar zu machen, dass er endlich sein Leben selbst in die Hand nehmen und die Welt kennen lernen wollte, doch die wollten nicht einsehen, dass ihr Sohn mittlerweile schon ein fast erwachsener Mann war und durchaus einen eigenen Willen hatte. Allerdings kann auch jeder, der selbst Kinder hat, verstehen, dass man seine Kinder gut beschützt wissen will, wenn da draußen so schlimme Dinge wie tollwütige Ärzte mit Pickel-Drohung lauerten. Und weil Souta es schon so oft mit Worten versucht hatte und die nichts, aber rein gar nichts gebracht hatten, waren jetzt Taten ganz oben in seinen Trendcharts.
Während seine Eltern am frühen Abend auf einer High Society Party eingeladen waren und ihn wie immer zuhause mit seinem Schutztrupp zurückgelassen hatten, gelang es Souta durch ein kleines Fenster im Badezimmer der Horde von zweibeinigen Wachhunden zu entkommen und endlich den süßen Duft der Freiheit zu schnuppern. Gott sei dank kannte er das große Anwesen, das natürlich mit hochsensiblen Sicherheitssystemen ausgestattet war, wie seine Westentasche, weshalb er unbemerkt vom Grundstück flüchten konnte.
“Ah... Achtung, Welt, jetzt komme ich!” waren seine ersten Worte auf unbekanntem Boden. Er lachte, überquerte die Straße und zog ein in die große weite Welt.
Doch seine Eltern hatten mit ihrer Angst um ihren Sohn nicht gerade Unrecht, wenn bedachte, dass es auch viel anderes außer der Dreizehnten gibt, das gefährlich ist.
So zum Beispiel das Motorrad, das gerade um die Ecke bog und wie so oft keinen großen Wert auf Geschwindigkeitsbegrenzungen zu legen schien. Beinahe wäre Souta, der viel zu vertieft in seine neu gewonnene Welt der Freiheit war und dagegen von der Realität nichts mehr mitzubekommen schien, von dem mechanischen Ross angefahren worden, wäre da nicht von hinten laut schreiend ein junger Mann angerannt gekommen, der Souta an beidem Armen packte und zurück auf den Bürgersteig zog. Doch der mutige Unbekannte hatte natürlich so heftig an ihm gezogen, dass sie beide auf dem harten Steinpflaster landeten und Souta deshalb vor Schreck fast zu weinen begann.
“Aua, verdammt! Was sollte das denn? Ich blute!”, gab Souta verstört von sich. Das ließ dann wohl vermuten, dass er selbst in dieser komischen Situation das Motorrad nicht wahrgenommen hatte.
Doch anstatt empört davon zu stolzieren, rappelte sich der Unbekannte wieder auf, hielt Souta die Hand als Hilfe an und sagte dabei mit sanfter Stimme: “Ich hab dich gerade vor mindestens 4 Wochen Krankenhaus bewahrt.” Er grinste, und wo er Recht hatte, hatte er wohl definitiv Recht, denn dieser Motorradfahrer war bei weitem keine 50 km/h gefahren, was sich auch darin zeigte, dass er etwas weiter die Straße hinunter von der Polizei angehalten worden war.
Souta blickte verwirrt die Straße entlang, erspähte den (eigentlich recht winzigen) Fahrer und die beiden Beamten, sah dann wieder zurück zu seinem Lebensretter und ergriff schließlich trotz etwas Angst seine Hand.
Angst vielleicht deshalb, weil er noch nie einem Fremden die Hand gereicht hatte.
SLEEPING ROSE Prolog: Der Fluch der Dreizehnten
Es waren einmal ein reicher Mann und seine Frau, die sprachen jeden Tag: "Ach, wenn wir doch ein Kind hätten!", und kriegten immer keins. Da trug sich zu, als die Frau einmal in ihrem Bade saß, dass ihr Handy klingelte und ihr Mann zur ihr sagte: "Lass uns künstliche Befruchtung versuchen. Wenn auch das fehlschlägt, lassen wirs bleiben, okay?"
Was der Mann gesagt hatte, das geschah: Dank den dreizehn fähigsten Ärzten und Ärztinnen des Landes wurde die Frau schwanger und ihre Gynäkologin sagte zu ihr: "Du wirst einen Sohn zur Welt bringen."
Und auch was die Gynäkologin gesagt hatte, geschah, und die Frau brachte einen Sohn zur Welt, der war so schön, dass der reiche Mann vor Freude sich nicht zu lassen wusste und eine Riesenparty schmiss. Er ladete nicht nur seine Verwandten, Freunde und Bekannten ein, sondern auch die Ärzte und Ärztinnen ein, da sie dem Kind hold und gewogen waren. Nur die dreizehnte Ärztin ward nicht geladen.
Die Party ward in aller Pracht gefeiert, und als sie zu Ende war, brachten alle Ärzte ihre Wünsche für das Kind vor: Der eine wünschte Tugend, die andere Schönheit, die dritte Reichtum (den das Kind dank den Eltern aber schon hatte), und so alles, was auf der Welt zu wünschen ist.
Als elf nun ihre Sprüche getan hatten, trat plötzlich die dreizehnte herein. Sie wollte sich dafür rächen, dass sie nicht eingeladen und wie die anderen mit einer schicken Limousine abgeholt worden war, und ohne jemand zu grüßen oder nur anzusehen, rief sie mit lauter Stimme: "Ich wünsche diesem Kind alle Pickel dieser Welt, und was sonst noch böses da draußen lauern mag. Ihr werdet es bereuen, dass ihr mich nicht eingeladen habt. Immerhin hab ich mir den Hintern aufgerissen, damit ihr rechtzeitig euer befruchtetes Ei bekommt und ihr habt mich trotzdem nicht eingeladen!" Und ohne ein Wort weiter zu sprechen, kehrte sie sich um und verließ den Saal. Alle waren erschrocken, da trat der zwölfte Arzt hervor, der seinen Wunsch noch übrig hatte, und weil er Mitleid mit den verschüchterten Eltern hatte, sagte er: "Ich wette, der kleine wird keine Pickel bekommen, dafür werde ich sorgen. Ich wünsche mir für ihn, dass er immer eine reine Haut hat, um die ihn alle beneiden werden. Vor der Drohung braucht ihr euch nicht fürchten. Ich verspreche, dass alles gut enden wird."
Und wer weiß, ob der zwölfte Recht behielt?
Was der Mann gesagt hatte, das geschah: Dank den dreizehn fähigsten Ärzten und Ärztinnen des Landes wurde die Frau schwanger und ihre Gynäkologin sagte zu ihr: "Du wirst einen Sohn zur Welt bringen."
Und auch was die Gynäkologin gesagt hatte, geschah, und die Frau brachte einen Sohn zur Welt, der war so schön, dass der reiche Mann vor Freude sich nicht zu lassen wusste und eine Riesenparty schmiss. Er ladete nicht nur seine Verwandten, Freunde und Bekannten ein, sondern auch die Ärzte und Ärztinnen ein, da sie dem Kind hold und gewogen waren. Nur die dreizehnte Ärztin ward nicht geladen.
Die Party ward in aller Pracht gefeiert, und als sie zu Ende war, brachten alle Ärzte ihre Wünsche für das Kind vor: Der eine wünschte Tugend, die andere Schönheit, die dritte Reichtum (den das Kind dank den Eltern aber schon hatte), und so alles, was auf der Welt zu wünschen ist.
Als elf nun ihre Sprüche getan hatten, trat plötzlich die dreizehnte herein. Sie wollte sich dafür rächen, dass sie nicht eingeladen und wie die anderen mit einer schicken Limousine abgeholt worden war, und ohne jemand zu grüßen oder nur anzusehen, rief sie mit lauter Stimme: "Ich wünsche diesem Kind alle Pickel dieser Welt, und was sonst noch böses da draußen lauern mag. Ihr werdet es bereuen, dass ihr mich nicht eingeladen habt. Immerhin hab ich mir den Hintern aufgerissen, damit ihr rechtzeitig euer befruchtetes Ei bekommt und ihr habt mich trotzdem nicht eingeladen!" Und ohne ein Wort weiter zu sprechen, kehrte sie sich um und verließ den Saal. Alle waren erschrocken, da trat der zwölfte Arzt hervor, der seinen Wunsch noch übrig hatte, und weil er Mitleid mit den verschüchterten Eltern hatte, sagte er: "Ich wette, der kleine wird keine Pickel bekommen, dafür werde ich sorgen. Ich wünsche mir für ihn, dass er immer eine reine Haut hat, um die ihn alle beneiden werden. Vor der Drohung braucht ihr euch nicht fürchten. Ich verspreche, dass alles gut enden wird."
Und wer weiß, ob der zwölfte Recht behielt?
KISS 8: Fifteen Half
Nahm dieser Lehrer eigentlich auch mal seine Hand da weg?
Er kam schon selbst leicht schwul rüber, wie er dastand, mich verständig anlächelte und meine Schulter tätschelte. Wieder die Kontrolle über meine momenante Gesichtsentgleisung findend schloss ich langsam meinem Mund und fragte voll Selbstbeherrschung, ob er wohl freundlicherweise die Hand da wegnehmen würde: “Würden Sie bitte genug heterosexuelle Mentalität besitzen, um das da wegzumachen?” Seinem Gesichtsausdruck nach zu urteilen schien jedoch sämtliche Männlichkeit aus ihm zu weichen, denn es trat mit der Zeit immer mehr Pipi in seine Augen.
Shit. Jetzt hatte ich schon ‘nen Lehrer zum Weinen gebracht. Wie scheiße konnte der Tag eigentlich noch werden? “Tut mir Leid, Sensei...”, sagte ich leise. “Aber ich bin wirklich nicht schwul...” Ich musste versuchen ihn irgendwie zu beruhigen. Und bei diesem Lehrer gab es nur eine Methode, wie das zu schaffen war.
“Hier, Sensei.” Ich kramte in meiner Tasche und zückte eine kleine Schachtel. “Schokolade?”
Ja, dieser Lehrer war, wie viele weibliche Exemplare dieser Spezies, schokoladensüchtig. “Ist sogar mit 90 % Kakao-Anteil.” ... Hatte es eben geblitzt oder waren das seine Augen, die aufleuchteten?
Mit fast schon Lichtgeschwindigkeit hatte er von mir abgelassen, mir die Süßigkeit entrissen und war in Richtung Lehrerzimmer verschwunden. Mission erfolgreich, würde ich sagen. Blieb nur noch das “wiiiii~nzig” kleine Problem mit meiner angeblichen Zugehörigkeit zur anderes Seite des Ufers. Aber wie bitte konnte ich eine Horde wildgewordener Affen beruhigen, wenn jedes Glied in der Kette einen anderen Schwachpunkt hatte? Hasegawa-sensei dagegen war ja ein Klacks gewesen.
Jetzt aber erst mal nach Hause, bevor mich noch eins von diesen wildgewordenen Affenmännchen ansprang.
Gott sei dank ohne einem dieser Höllenhunde auf dem Nachhause-Weg zu begegnen kam ich klitschnass - Petrus schien ganz schön gebechert zu haben - zuhause an und sah als allererstes mal bei meinen geliebten Geschöpfen vorbei. Ich hatte mir mein eigenes Reich aufgebaut, bewohnt von Wesen, die so was wie Tratschen nicht kannten. Genau wie ich gaben sie nur Laute von sich, wenn ihnen was nicht in den Kram passt.
Ich ging also zu meinem Reich, in dem ich Gott war - manchmal kann Religion schon gut sein! - , doch wie ich sah, sah ich nichts. Es war schon so kalt geworden, dass sie wohl beschlossen hatten, sich einzugraben. Also gab es heute wohl wirklich nichts zu sehen - und für euch Kameradenschweine auch nichts zu Essen, ha! Und ich musste dringend mal in den Chlorwellen im Innersten meiner eigenen heimischen Badeanstalt schwimmen gehen.
Und wo bitte war meine gelbe Quetschschildkröte?
Er kam schon selbst leicht schwul rüber, wie er dastand, mich verständig anlächelte und meine Schulter tätschelte. Wieder die Kontrolle über meine momenante Gesichtsentgleisung findend schloss ich langsam meinem Mund und fragte voll Selbstbeherrschung, ob er wohl freundlicherweise die Hand da wegnehmen würde: “Würden Sie bitte genug heterosexuelle Mentalität besitzen, um das da wegzumachen?” Seinem Gesichtsausdruck nach zu urteilen schien jedoch sämtliche Männlichkeit aus ihm zu weichen, denn es trat mit der Zeit immer mehr Pipi in seine Augen.
Shit. Jetzt hatte ich schon ‘nen Lehrer zum Weinen gebracht. Wie scheiße konnte der Tag eigentlich noch werden? “Tut mir Leid, Sensei...”, sagte ich leise. “Aber ich bin wirklich nicht schwul...” Ich musste versuchen ihn irgendwie zu beruhigen. Und bei diesem Lehrer gab es nur eine Methode, wie das zu schaffen war.
“Hier, Sensei.” Ich kramte in meiner Tasche und zückte eine kleine Schachtel. “Schokolade?”
Ja, dieser Lehrer war, wie viele weibliche Exemplare dieser Spezies, schokoladensüchtig. “Ist sogar mit 90 % Kakao-Anteil.” ... Hatte es eben geblitzt oder waren das seine Augen, die aufleuchteten?
Mit fast schon Lichtgeschwindigkeit hatte er von mir abgelassen, mir die Süßigkeit entrissen und war in Richtung Lehrerzimmer verschwunden. Mission erfolgreich, würde ich sagen. Blieb nur noch das “wiiiii~nzig” kleine Problem mit meiner angeblichen Zugehörigkeit zur anderes Seite des Ufers. Aber wie bitte konnte ich eine Horde wildgewordener Affen beruhigen, wenn jedes Glied in der Kette einen anderen Schwachpunkt hatte? Hasegawa-sensei dagegen war ja ein Klacks gewesen.
Jetzt aber erst mal nach Hause, bevor mich noch eins von diesen wildgewordenen Affenmännchen ansprang.
Gott sei dank ohne einem dieser Höllenhunde auf dem Nachhause-Weg zu begegnen kam ich klitschnass - Petrus schien ganz schön gebechert zu haben - zuhause an und sah als allererstes mal bei meinen geliebten Geschöpfen vorbei. Ich hatte mir mein eigenes Reich aufgebaut, bewohnt von Wesen, die so was wie Tratschen nicht kannten. Genau wie ich gaben sie nur Laute von sich, wenn ihnen was nicht in den Kram passt.
Ich ging also zu meinem Reich, in dem ich Gott war - manchmal kann Religion schon gut sein! - , doch wie ich sah, sah ich nichts. Es war schon so kalt geworden, dass sie wohl beschlossen hatten, sich einzugraben. Also gab es heute wohl wirklich nichts zu sehen - und für euch Kameradenschweine auch nichts zu Essen, ha! Und ich musste dringend mal in den Chlorwellen im Innersten meiner eigenen heimischen Badeanstalt schwimmen gehen.
Und wo bitte war meine gelbe Quetschschildkröte?
KISS 7: Info am Rande
Was ging denn bitte hier ab? Was wollten die bloß von mir? Klar war ich in der Umkleide gewesen, aber ich war doch allein. Und wenn die gerade alle im Unterricht waren, wer hatte ihnen dann so eine Story erzählt? Okay, ich hatte auch Tatsumi-sempai geküsst...
“Leute... wer hat euch denn so einen Quatsch erzählt?”, fragte ich nervös. Wer weiß, was diese Klatschtanten alles in der Schule verbreiten würden. Irgendwie musste ich ja mein Image wahren. “Er hat euch gesehen, als du ihn geküsst hast,”, meinte Murata und zeigte dabei auf Tatsumi-kun.
Daher kam also diese fiese Aura. Tatsumi-kun stierte mich an und legte dabei seinen Kopf so siegessicher in den Nacken, dass es bestimmt gleich in seine Nase regnen würde. Wenn es hier drinnen regnen würde. Und er grinste dabei sein bösartigstes Grinsen, das ich bisher nur einmal gesehen hatte, als jemand auf deinen wertvollen rosa Elefantenbleistift getreten war und Tatsumi-kun ihm dafür einen Eimer Eiswasser über den Kopf gekippt hatte. Mitten im Winter während dem Sportunterricht im Stadion. “Und aus der Umkleide hat er dich auch kommen sehen!”, rief einer von den billigen Plätzen. “Und außerdem hast du deine Schuluniform gar nicht mehr an,”, meinte Murata mit skeptischem Blick.
“Aber... ich war auf dem Dach und es hat geregnet... und...” Wieso stammelte ich eigentlich so? Als ob ich Ausreden nötig hätte. “Auf jeden Fall ist nichts passiert, was euch interessieren würde.” “Aber ich habe Stimmen aus der Umkleide gehört!”, kam es wieder von den billigen Plätzen. “Ja, genau, die hab ich auch gehört,”, meinte Murata zustimmend. “Anscheinend ist es ja nicht bei einem Kuss geblieben.” Tatsumi-kuns Worte klangen leicht amüsiert. Dieser Kerl schien ein schweres Problem mit mir zu haben. “Da war nichts! Wir haben nur zusammen gegessen!”, gab ich mit etwas lauterer Stimme von mir. Ein kurzes Raunen ging durch die Klasse. “Nur zusammen gegessen, hä?”, meinte Murata, während er mir mit seinem Ellenbogen in die Rippe stieß.
“... Habbede-bääh!”, stieß ich aus lauter Verzweiflung aus. “Tatsumi-kun erzählt doch Mist!” Und ich hatte genug von diesem. Schlagartig drehte ich mich um und wollte zur Tür hinaus stürmen, als ich volles Karacho in Hasegawa-sensei rannte. “Autschi!”, hörte ich nur, als ich auf meinem Lehrer und dieser auf dem Boden landete. “Nicht schon wieder,”, raunte ich. Jetzt hatte ich schon wieder jemanden umgerannt und lag auf ihm. “Warst du etwa heute schon auf ‘nem anderen Kerl gelegen?”, fragte Murata neugierig. Und ohne groß zu überlegen - was in letzter Zeit eindeutig zu oft der Fall war! - antwortete ich ein entnervtes “Ja!”. Ein gediegenes “ahaaaaaaaa~” ging durch die Klasse und auch mein Lehrer starrte mich entgeistert an.
FATALITY. Wo war nur mein Hirn geblieben heute? "Es feiert ‘ne fette Party mit Leber und Milz!", hörte ich mich denken. Wenn das so weiter ging, schaufelte ich mir noch mein eigenes Grab.
“Ach, denkt doch, was ihr wollt,”, sagte ich, stieg von meinem leichenblassen Lehrer ab und ging den Gang entlang Richtung Ausgang. Heute hatte ich definitiv genug von Schule. Kurz bevor ich die Tür in die Freiheit erreicht hatte, hatte mich mein Lehrer erreicht. Hasegawa-sensei war eigentlich ein sehr netter Lehrer und hörte immer jedem zu, wenn er etwas zu sagen hatte. Er wäre so was wie der Schulseelsorger, wenn wir hier so einen Posten hätten.
“Tanaka-kun! Warte kurz! Wenn es etwas gibt worüber du reden willst...” Er wirkte leicht aufgeregt, oder seine Gesichtsfarbe kam vom Rennen. “Ich wüsste nicht, worüber,”, antwortete ich ihm, als ich mich umdrehte. “Na, über das, was ihr da eben gesagt habt. Die Anderen scheinen ein Problem mit dir zu haben. Und... wenn ich das anmerken darf... Es ist nichts Schlimmes, seine Gefühle zu zeigen. Du solltest offen und ehrlich dazu stehen, was du fühlst.” “Bitte... von was reden Sie überhaupt?” “Na, von deiner...” Er schluckte. “... Homosexualität. Es ist nur natürlich, dass man am Anfang nicht weiß, wie man damit umgehen soll, aber ich kann dir helfen,”, sagte er , während er zu mir rüber kam und eine Hand auf meine Schulter legte.
Mein Gefühl sagte mir im Moment weniger, dass ich schwul war, sondern eher, dass ich hier gerade extremst verarscht wurde.
Dachte jetzt etwa schon die ganze Schule, ich wäre schwul?!
“Leute... wer hat euch denn so einen Quatsch erzählt?”, fragte ich nervös. Wer weiß, was diese Klatschtanten alles in der Schule verbreiten würden. Irgendwie musste ich ja mein Image wahren. “Er hat euch gesehen, als du ihn geküsst hast,”, meinte Murata und zeigte dabei auf Tatsumi-kun.
Daher kam also diese fiese Aura. Tatsumi-kun stierte mich an und legte dabei seinen Kopf so siegessicher in den Nacken, dass es bestimmt gleich in seine Nase regnen würde. Wenn es hier drinnen regnen würde. Und er grinste dabei sein bösartigstes Grinsen, das ich bisher nur einmal gesehen hatte, als jemand auf deinen wertvollen rosa Elefantenbleistift getreten war und Tatsumi-kun ihm dafür einen Eimer Eiswasser über den Kopf gekippt hatte. Mitten im Winter während dem Sportunterricht im Stadion. “Und aus der Umkleide hat er dich auch kommen sehen!”, rief einer von den billigen Plätzen. “Und außerdem hast du deine Schuluniform gar nicht mehr an,”, meinte Murata mit skeptischem Blick.
“Aber... ich war auf dem Dach und es hat geregnet... und...” Wieso stammelte ich eigentlich so? Als ob ich Ausreden nötig hätte. “Auf jeden Fall ist nichts passiert, was euch interessieren würde.” “Aber ich habe Stimmen aus der Umkleide gehört!”, kam es wieder von den billigen Plätzen. “Ja, genau, die hab ich auch gehört,”, meinte Murata zustimmend. “Anscheinend ist es ja nicht bei einem Kuss geblieben.” Tatsumi-kuns Worte klangen leicht amüsiert. Dieser Kerl schien ein schweres Problem mit mir zu haben. “Da war nichts! Wir haben nur zusammen gegessen!”, gab ich mit etwas lauterer Stimme von mir. Ein kurzes Raunen ging durch die Klasse. “Nur zusammen gegessen, hä?”, meinte Murata, während er mir mit seinem Ellenbogen in die Rippe stieß.
“... Habbede-bääh!”, stieß ich aus lauter Verzweiflung aus. “Tatsumi-kun erzählt doch Mist!” Und ich hatte genug von diesem. Schlagartig drehte ich mich um und wollte zur Tür hinaus stürmen, als ich volles Karacho in Hasegawa-sensei rannte. “Autschi!”, hörte ich nur, als ich auf meinem Lehrer und dieser auf dem Boden landete. “Nicht schon wieder,”, raunte ich. Jetzt hatte ich schon wieder jemanden umgerannt und lag auf ihm. “Warst du etwa heute schon auf ‘nem anderen Kerl gelegen?”, fragte Murata neugierig. Und ohne groß zu überlegen - was in letzter Zeit eindeutig zu oft der Fall war! - antwortete ich ein entnervtes “Ja!”. Ein gediegenes “ahaaaaaaaa~” ging durch die Klasse und auch mein Lehrer starrte mich entgeistert an.
FATALITY. Wo war nur mein Hirn geblieben heute? "Es feiert ‘ne fette Party mit Leber und Milz!", hörte ich mich denken. Wenn das so weiter ging, schaufelte ich mir noch mein eigenes Grab.
“Ach, denkt doch, was ihr wollt,”, sagte ich, stieg von meinem leichenblassen Lehrer ab und ging den Gang entlang Richtung Ausgang. Heute hatte ich definitiv genug von Schule. Kurz bevor ich die Tür in die Freiheit erreicht hatte, hatte mich mein Lehrer erreicht. Hasegawa-sensei war eigentlich ein sehr netter Lehrer und hörte immer jedem zu, wenn er etwas zu sagen hatte. Er wäre so was wie der Schulseelsorger, wenn wir hier so einen Posten hätten.
“Tanaka-kun! Warte kurz! Wenn es etwas gibt worüber du reden willst...” Er wirkte leicht aufgeregt, oder seine Gesichtsfarbe kam vom Rennen. “Ich wüsste nicht, worüber,”, antwortete ich ihm, als ich mich umdrehte. “Na, über das, was ihr da eben gesagt habt. Die Anderen scheinen ein Problem mit dir zu haben. Und... wenn ich das anmerken darf... Es ist nichts Schlimmes, seine Gefühle zu zeigen. Du solltest offen und ehrlich dazu stehen, was du fühlst.” “Bitte... von was reden Sie überhaupt?” “Na, von deiner...” Er schluckte. “... Homosexualität. Es ist nur natürlich, dass man am Anfang nicht weiß, wie man damit umgehen soll, aber ich kann dir helfen,”, sagte er , während er zu mir rüber kam und eine Hand auf meine Schulter legte.
Mein Gefühl sagte mir im Moment weniger, dass ich schwul war, sondern eher, dass ich hier gerade extremst verarscht wurde.
Dachte jetzt etwa schon die ganze Schule, ich wäre schwul?!
KISS 6: Skepsis-Town
A/N: auftritt von kenta, der furie :D
Cousin?
Okay, Tatsumi und Tatsumi (mein Gott, der fast täglich wechselt, klang das dämlich, da musste ich mir schnellstens was einfallen lassen...) hatten zwar den gleichen Nachnamen, aber ich hatte mir bisher noch nie Gedanken darüber gemacht, ob die zwei verwandt waren. Und allem Anschein nach war das ja der Fall.
“Cousin! Hat er dir was getan?!”, rief Tatsumi Kenta, wild, als ob er von einer Vesper gestochen worden wäre. Er kam zu uns hochgerannt und half seinem Verwandten aufzustehen. “Bist du verletzt? Hast du dir irgendwo wehgetan?” Sind denn alle in dieser Familie so überfürsorglich? Lag vielleicht an den Genen. “Nein, nein, mir geht’s gut,”, sagte der Sempai, der erst eben auch noch wie einer ausgesehen hatte. “Aber Yuki-kun ist ganz durchweicht. Dank ihm bin ich fast nicht nass geworden,”, meinte er dann. Und schlagartig waren beide Augäpfel meines Klassenkameraden auf mich gerichtet. Wenn Blicke töten könnten, wäre ich jetzt wohl schon verfault. “I-ich hab mich nur dafür revanchiert, dass du meine neuen Schuhe gerettet hast,”, gab ich schnippisch zurück. Und wieder grinste der verhinderte Sempai zufrieden. Das Gesicht seines Cousins allerdings wurde von dessen Hysterie wild hin- und her geworfen.
“D-... dddddddddu~ sitzt auf Kaorus Jacke?!”, quälte er seine Stimmbänder und wurde dabei immer lauter. Stimmt ja. Ich hatte immer noch seine Jacke um die Füße geschlungen. Vielleicht war ich ja deshalb auch gefallen. Und jetzt saß ich drauf.
Mit einem Satz brachte er Sempais Jacke an sich und mir kam es so vor, als würde er gleich in einen Heulkrampf ausbrechen. “Cousin… wieso hat dieser Aufschneider deine Jacke?”, wimmerte er kläglich und suchte mit wässrigen Augen die seines Cousins. Wenn man ihn so ansah, konnte Kenta-kun einem fast Leid tun. Aber eben nur fast.
“Er hat neue Schuhe an und die wären doch kaputt gegangen, wenn sie so aufgeweicht worden wären,”, antwortete Tatsumi-sempai ihm, während er seinen Kopf tätschelte. Und anscheinend schien Kenta-kun da etwas falsch verstanden zu haben, denn schon wieder stürzte er sich auf mich. “Du hast Kaoru die Jacke geklaut, weil diese hässlichen Dinger sonst kaputt gegangen wären?!”
Kinn meets Bodenfliese. Was hatte ich ihm bitte getan, dass er so auf mich losging? Das musste ich mir wirklich nicht geben. Ich stand auf.
“Ihr entschuldigt mich, Prinz von Skepsis-Town, aber ich geh mich jetzt trocken legen. Bis dann, Tatsumi-sempai,”, sagte ich und zog von dannen in Richtung Umkleiden, um mir meinen Sportanzug anzulegen und aus diesen durchweichten Klamotten rauszukommen.
Aber jetzt mal ehrlich, was hatte ich diesem Tatsumi Kenta eigentlich getan, weshalb er mich so anfahren musste? Das war nebenbei bemerkt der längste Wortwechsel, den ich mit ihm hatte, seit ich auf diese Schule gekommen war. Bisher war er immer ziemlich zurückhaltend, beteiligte sich kaum an den täglichen Gerüchteverbreitungsphasen und liebte seinen rosa Elefantenbleistift über alles. Ich wollte lieber nicht wissen, was es mit diesem “tollsten aller Schreibgeräte” auf sich hatte. Also zog ich mich um, stopfte die nassen Klamotten in eine Tüte und watschelte wieder in Richtung Klassenzimmer. Die Stunde nach der großen Pause schien wohl schon vorbei gewesen zu sein (Heutigem Gott sei Dank! Wer braucht schon Religion?), also war wieder die ganze Klasse in Aufruhr. Eigentlich wollte ich gar nicht rein, denn gleich würden sie mich mit ihren Vorwürfen steinigen, aber was blieb mir anderes übrig? Ich hatte schließlich noch Unterricht.
Also zog ich die Tür auf und saugte mir irgendeine Entschuldigung aus den Fingern. “Hey Leute, entschuldigt, aber ich war auf dem Dach... und... ich...” Mit einem Mal herrschte Totenstille und alle sahen mich an, als ob ich Michael Jackson höchstpersönlich wäre.
“Was... was ist denn?” Das konnte einfach nichts Gutes bedeuten. Und plötzlich schienen sich alle von diesem Schweigebann befreit zu haben, denn das gewohnte Wortgewitter brach herein.
“Du hast Tatsumi geküsst?” “Ihr ward alleine in der Umkleide?” “Wieso habt ihr so gestöhnt?” “Los, erzähl! Kann Tatsumi wirklich so gut küssen?”
...
Bitte was?!
Cousin?
Okay, Tatsumi und Tatsumi (mein Gott, der fast täglich wechselt, klang das dämlich, da musste ich mir schnellstens was einfallen lassen...) hatten zwar den gleichen Nachnamen, aber ich hatte mir bisher noch nie Gedanken darüber gemacht, ob die zwei verwandt waren. Und allem Anschein nach war das ja der Fall.
“Cousin! Hat er dir was getan?!”, rief Tatsumi Kenta, wild, als ob er von einer Vesper gestochen worden wäre. Er kam zu uns hochgerannt und half seinem Verwandten aufzustehen. “Bist du verletzt? Hast du dir irgendwo wehgetan?” Sind denn alle in dieser Familie so überfürsorglich? Lag vielleicht an den Genen. “Nein, nein, mir geht’s gut,”, sagte der Sempai, der erst eben auch noch wie einer ausgesehen hatte. “Aber Yuki-kun ist ganz durchweicht. Dank ihm bin ich fast nicht nass geworden,”, meinte er dann. Und schlagartig waren beide Augäpfel meines Klassenkameraden auf mich gerichtet. Wenn Blicke töten könnten, wäre ich jetzt wohl schon verfault. “I-ich hab mich nur dafür revanchiert, dass du meine neuen Schuhe gerettet hast,”, gab ich schnippisch zurück. Und wieder grinste der verhinderte Sempai zufrieden. Das Gesicht seines Cousins allerdings wurde von dessen Hysterie wild hin- und her geworfen.
“D-... dddddddddu~ sitzt auf Kaorus Jacke?!”, quälte er seine Stimmbänder und wurde dabei immer lauter. Stimmt ja. Ich hatte immer noch seine Jacke um die Füße geschlungen. Vielleicht war ich ja deshalb auch gefallen. Und jetzt saß ich drauf.
Mit einem Satz brachte er Sempais Jacke an sich und mir kam es so vor, als würde er gleich in einen Heulkrampf ausbrechen. “Cousin… wieso hat dieser Aufschneider deine Jacke?”, wimmerte er kläglich und suchte mit wässrigen Augen die seines Cousins. Wenn man ihn so ansah, konnte Kenta-kun einem fast Leid tun. Aber eben nur fast.
“Er hat neue Schuhe an und die wären doch kaputt gegangen, wenn sie so aufgeweicht worden wären,”, antwortete Tatsumi-sempai ihm, während er seinen Kopf tätschelte. Und anscheinend schien Kenta-kun da etwas falsch verstanden zu haben, denn schon wieder stürzte er sich auf mich. “Du hast Kaoru die Jacke geklaut, weil diese hässlichen Dinger sonst kaputt gegangen wären?!”
Kinn meets Bodenfliese. Was hatte ich ihm bitte getan, dass er so auf mich losging? Das musste ich mir wirklich nicht geben. Ich stand auf.
“Ihr entschuldigt mich, Prinz von Skepsis-Town, aber ich geh mich jetzt trocken legen. Bis dann, Tatsumi-sempai,”, sagte ich und zog von dannen in Richtung Umkleiden, um mir meinen Sportanzug anzulegen und aus diesen durchweichten Klamotten rauszukommen.
Aber jetzt mal ehrlich, was hatte ich diesem Tatsumi Kenta eigentlich getan, weshalb er mich so anfahren musste? Das war nebenbei bemerkt der längste Wortwechsel, den ich mit ihm hatte, seit ich auf diese Schule gekommen war. Bisher war er immer ziemlich zurückhaltend, beteiligte sich kaum an den täglichen Gerüchteverbreitungsphasen und liebte seinen rosa Elefantenbleistift über alles. Ich wollte lieber nicht wissen, was es mit diesem “tollsten aller Schreibgeräte” auf sich hatte. Also zog ich mich um, stopfte die nassen Klamotten in eine Tüte und watschelte wieder in Richtung Klassenzimmer. Die Stunde nach der großen Pause schien wohl schon vorbei gewesen zu sein (Heutigem Gott sei Dank! Wer braucht schon Religion?), also war wieder die ganze Klasse in Aufruhr. Eigentlich wollte ich gar nicht rein, denn gleich würden sie mich mit ihren Vorwürfen steinigen, aber was blieb mir anderes übrig? Ich hatte schließlich noch Unterricht.
Also zog ich die Tür auf und saugte mir irgendeine Entschuldigung aus den Fingern. “Hey Leute, entschuldigt, aber ich war auf dem Dach... und... ich...” Mit einem Mal herrschte Totenstille und alle sahen mich an, als ob ich Michael Jackson höchstpersönlich wäre.
“Was... was ist denn?” Das konnte einfach nichts Gutes bedeuten. Und plötzlich schienen sich alle von diesem Schweigebann befreit zu haben, denn das gewohnte Wortgewitter brach herein.
“Du hast Tatsumi geküsst?” “Ihr ward alleine in der Umkleide?” “Wieso habt ihr so gestöhnt?” “Los, erzähl! Kann Tatsumi wirklich so gut küssen?”
...
Bitte was?!
KISS 5: Rat Race
Gott... diese Situation war zu peinlich, um wahr zu sein. Ich stand also mit einem Kerl an der Wand, von dem meine Klasse erwartete, dass ich ihn küsse, in einer Position, die genau das vermuten lassen würde. Ich sah aus, als wollte ich ihn auf der Stelle verführen. Das durfte doch alles nicht wahr sein! Welcher Vollhorst hatte bitte diese verdammte Tür zugemacht?!
So langsam wurde es wirklich kalt, selbst Tatsumi zitterte schon. Ich war vollkommen durchweicht und ich hatte das Gefühl, dass vor lauter Kälte gleich gewisse Körperteile die Verbindung zu meinem Körper unterbrechen würden. Und zu allem Überfluss hatte ich meine Kopfstellung keinen Millimeter verändert, sodass mein Genick so steif war, wie… wie… Auf jeden Fall tat es verdammt weh, die ganze Zeit nach oben zu starren! Aber was sollte ich denn machen? Wenn ich mich bewegte, würde ich ihm in die Augen stieren, sodass er wirklich glauben würde, ich würde mein “Drohung” von Vorhin auf der Stelle wahr machen.
Aber langsam aber sicher wurde es um die Brust herum etwas wärmer. War ja klar, denn wenigstens war ich dort noch nicht komplett durchgeweicht. Und es wurde dort auch langsam härter…
...
Härter? Ein skeptischer Blick fiel gen Himmel. “Du bist ja ganz kalt,”, meinte Tatsumi plötzlich. “Natürlich,”, entgegnete ich ihm. “Es ist ja auch Oktober und es regnet. Soll ich etwa transpirieren?” Langsam fühlte ich zwei Arme, die sich unter meiner Jacke um meinen Oberkörper schlängelten. WA-?! So konnte ich mich einfach nicht mehr zurückhalten und musste meinen Kopf ruckartig nach unten bewegen. (Verdammt, tat das weh! Q____Q~) Und anscheinend hatte Tatsumi gerade vorgehabt, etwas zu sagen, weshalb auch (ich trau mich kaum, es zu sagen!) unsere Lippen aufeinander trafen. Welchen Gott, zu dem ich noch nicht gebetet hatte, hatte ich nun schon wieder verärgert, dass so etwas ausgerechnet mir passieren musste? Auch Tatsumi musste so geschockt gewesen sein, dass er sich für einen Moment nicht bewegen konnte. Doch dann löste er den (*schluck*) Kuss.
“War das etwa Absicht?”, fragte er mich einem Gesichtsausdruck, der voll von Selbstbewusstsein und vielleicht auch Selbstüberschätzung war. Und mit einem Mal sah er 10 Jahre älter aus. Auch seine Stimme klang irgendwie… männlicher. Ein komisches Gefühl beschlich mich. “Wieso sollte das Absicht gewesen sein?” Ich stieß mich mit den Händen von der Tür ab, doch ich wurde von seinen Armen festgehalten. “Wer weiß, vielleicht stehst du ja auf mich, und willst diesen Auftrag nur als Grund vorschieben, mich in aller Öffentlichkeit küssen zu können.” “Wa-! Aber das... das ist doch...” Und schon wieder war ich so geschockt, als ob ich einer 2m-Schildkröte auf einem Baum begegnet wäre. “Aber eins sage ich dir: ‘Ich’ mag es nicht sonderlich, geküsst zu werden, also lass es in Zukunft besser bleiben.” Er bedachte mich mit einem abschätzigen Blick. Was zur Hölle war das denn? Oder besser: WER zur Hölle war das? Von dem unschuldigen, schüchternen Tatsumi schien recht wenig übrig geblieben zu sein. Ich sah ihn mit Augen an, die ein Universum voll fehlender Intelligenz und unvorhandenem Wissen enthielten. Was bitte...?
Doch ich wurde in meinem schleichenden Denkprozess unerbrochen, als hinter uns plötzlich die Tür aufkrachte. Anscheinend war das Gewicht von zwei Schülern zu viel für dieses alte Stück Wandlochverschluss gewesen. So landeten wir ziemlich unsanft aufeinander auf der letzten Stufe der Treppe, und als ob das schon nicht schlimm genug gewesen wäre, hatte ich heute schon zum zweiten Mal (Unfreiwillig!) meine Lippen auf seine gepresst. Ich glaube, durch die vielen Schocks in den letzten Tagen schien sich mein Körper langsam an diesen Schock zu gewöhnen, sodass ich diesmal etwas schneller als sonst zu meiner alten Fassung zurückfand und so ziemlich zügig von den etwas geplätteten Tatsumi herunterkletterte.
Dieser schien wieder ganz der Alte zu sein, denn schon während ich mich aufrappelte, ging es wieder mit ihm durch: “Oh mein Gott! Hast du dir was getan? Tut dir irgendwas weh?” Ich behielt meine (zugegeben etwas unfreundliche) Antwort für mich und sah ihn stattdessen ziemlich skeptisch an. Und bevor ich den Mund aufmachen und etwas sagen konnte, sah ich, dass noch jemand anderes hier war.
Oh. Mein. Gott. Wir waren entdeckt! Jetzt musste ich allen erzählen, dass ich ihn geküsst hatte... Bei dem Gedanken fiel mir auf, dass ich noch gar nicht darüber nachgedacht hatte, ob diese beiden Küsse eben gut waren oder nicht. Genau genommen konnte man das gar nicht sagen, denn es war eben nur das Aufeinanderpressen von Lippen, was mir da widerfahren war und sonst nichts. Ach, egal, irgendwas musste ich ihnen ja sagen, also würde ich ihnen einfach das sagen, was sie hören wollten.
Und da fiel mir auch schon auf, wer da überhaupt stand. Tatsumi. Also, nein, nicht DER Tatsumi, sondern der andere. Der mit dem rosa Elefantenbleistift, den er anscheinend mehr liebte als sein Leben.
Und auch der schien ziemlich geschockt zu sein, mich zu sehen.
“Cousin... Kaoru...?”
So langsam wurde es wirklich kalt, selbst Tatsumi zitterte schon. Ich war vollkommen durchweicht und ich hatte das Gefühl, dass vor lauter Kälte gleich gewisse Körperteile die Verbindung zu meinem Körper unterbrechen würden. Und zu allem Überfluss hatte ich meine Kopfstellung keinen Millimeter verändert, sodass mein Genick so steif war, wie… wie… Auf jeden Fall tat es verdammt weh, die ganze Zeit nach oben zu starren! Aber was sollte ich denn machen? Wenn ich mich bewegte, würde ich ihm in die Augen stieren, sodass er wirklich glauben würde, ich würde mein “Drohung” von Vorhin auf der Stelle wahr machen.
Aber langsam aber sicher wurde es um die Brust herum etwas wärmer. War ja klar, denn wenigstens war ich dort noch nicht komplett durchgeweicht. Und es wurde dort auch langsam härter…
...
Härter? Ein skeptischer Blick fiel gen Himmel. “Du bist ja ganz kalt,”, meinte Tatsumi plötzlich. “Natürlich,”, entgegnete ich ihm. “Es ist ja auch Oktober und es regnet. Soll ich etwa transpirieren?” Langsam fühlte ich zwei Arme, die sich unter meiner Jacke um meinen Oberkörper schlängelten. WA-?! So konnte ich mich einfach nicht mehr zurückhalten und musste meinen Kopf ruckartig nach unten bewegen. (Verdammt, tat das weh! Q____Q~) Und anscheinend hatte Tatsumi gerade vorgehabt, etwas zu sagen, weshalb auch (ich trau mich kaum, es zu sagen!) unsere Lippen aufeinander trafen. Welchen Gott, zu dem ich noch nicht gebetet hatte, hatte ich nun schon wieder verärgert, dass so etwas ausgerechnet mir passieren musste? Auch Tatsumi musste so geschockt gewesen sein, dass er sich für einen Moment nicht bewegen konnte. Doch dann löste er den (*schluck*) Kuss.
“War das etwa Absicht?”, fragte er mich einem Gesichtsausdruck, der voll von Selbstbewusstsein und vielleicht auch Selbstüberschätzung war. Und mit einem Mal sah er 10 Jahre älter aus. Auch seine Stimme klang irgendwie… männlicher. Ein komisches Gefühl beschlich mich. “Wieso sollte das Absicht gewesen sein?” Ich stieß mich mit den Händen von der Tür ab, doch ich wurde von seinen Armen festgehalten. “Wer weiß, vielleicht stehst du ja auf mich, und willst diesen Auftrag nur als Grund vorschieben, mich in aller Öffentlichkeit küssen zu können.” “Wa-! Aber das... das ist doch...” Und schon wieder war ich so geschockt, als ob ich einer 2m-Schildkröte auf einem Baum begegnet wäre. “Aber eins sage ich dir: ‘Ich’ mag es nicht sonderlich, geküsst zu werden, also lass es in Zukunft besser bleiben.” Er bedachte mich mit einem abschätzigen Blick. Was zur Hölle war das denn? Oder besser: WER zur Hölle war das? Von dem unschuldigen, schüchternen Tatsumi schien recht wenig übrig geblieben zu sein. Ich sah ihn mit Augen an, die ein Universum voll fehlender Intelligenz und unvorhandenem Wissen enthielten. Was bitte...?
Doch ich wurde in meinem schleichenden Denkprozess unerbrochen, als hinter uns plötzlich die Tür aufkrachte. Anscheinend war das Gewicht von zwei Schülern zu viel für dieses alte Stück Wandlochverschluss gewesen. So landeten wir ziemlich unsanft aufeinander auf der letzten Stufe der Treppe, und als ob das schon nicht schlimm genug gewesen wäre, hatte ich heute schon zum zweiten Mal (Unfreiwillig!) meine Lippen auf seine gepresst. Ich glaube, durch die vielen Schocks in den letzten Tagen schien sich mein Körper langsam an diesen Schock zu gewöhnen, sodass ich diesmal etwas schneller als sonst zu meiner alten Fassung zurückfand und so ziemlich zügig von den etwas geplätteten Tatsumi herunterkletterte.
Dieser schien wieder ganz der Alte zu sein, denn schon während ich mich aufrappelte, ging es wieder mit ihm durch: “Oh mein Gott! Hast du dir was getan? Tut dir irgendwas weh?” Ich behielt meine (zugegeben etwas unfreundliche) Antwort für mich und sah ihn stattdessen ziemlich skeptisch an. Und bevor ich den Mund aufmachen und etwas sagen konnte, sah ich, dass noch jemand anderes hier war.
Oh. Mein. Gott. Wir waren entdeckt! Jetzt musste ich allen erzählen, dass ich ihn geküsst hatte... Bei dem Gedanken fiel mir auf, dass ich noch gar nicht darüber nachgedacht hatte, ob diese beiden Küsse eben gut waren oder nicht. Genau genommen konnte man das gar nicht sagen, denn es war eben nur das Aufeinanderpressen von Lippen, was mir da widerfahren war und sonst nichts. Ach, egal, irgendwas musste ich ihnen ja sagen, also würde ich ihnen einfach das sagen, was sie hören wollten.
Und da fiel mir auch schon auf, wer da überhaupt stand. Tatsumi. Also, nein, nicht DER Tatsumi, sondern der andere. Der mit dem rosa Elefantenbleistift, den er anscheinend mehr liebte als sein Leben.
Und auch der schien ziemlich geschockt zu sein, mich zu sehen.
“Cousin... Kaoru...?”
KISS 4: Akira SHOCK!
A/N: langsam aber sicher ergeben die titel sogar einen sinn!! :D
Bei diesem Anblick wurde mir bewusst, dass ich gerade etwas unheimlich Furchtbares gesagt haben musste. Und während ich so meine Gedankengänge zurückspulte, bemerkte ich, was dieses “Furchtbare” war: Die Wahrheit. (Tusch bitte!) Ich hatte ihm irklich gesagt, dass ich ihn küssen wollte… “Wollte”?! Moment! “Sollte” muss das heißen!
Und während ich so mit dem Teil in meinem Gehirn, der für Formulierungen zuständig war, kämpfte, ergossen sich plötzlich 1.000 Sturzbäche über uns und wir kramten schleunigst unsere Sachen zusammen, um aus diesem Unwetter herauszukommen. Mit unseren 7 Sachen bepackt sprinteten wir zur Tür, die zu unser beider Schreck zu war. Und das Schlimmste daran war: War die Tür einmal zu, ging sie nicht mehr auf. Entweder das war alles Zufall oder irgendjemand hier hasste uns unheimlich.
“Na~ toll, und was machen wir jetzt?”, fragte ich mich mehr selbst als meinen Leidensgenossen. Geschlagen legte ich mein Zeug auf dem Boden ab. War ja eh alles Geschirr und musste später sowieso gespült werden. Und als ich meinem schon fast triefenden (und nun leeren) Fressbeutel nachsah, fiel mein Blick auf meine Schuhe.
Meine NEUEN Schuhe. “Na~ toll, gerade erst ekauft und schon sind meine Schuhe hinüber,”, beschwerte ich mich lautstark. Diese Situation war aber auch zum Schweine-melken!
Ich saß mit meinem unschuldigen Opfer auf dem Dach fest, es regnete und meine neuen Schuhe waren somit so gut wie ruiniert. Und gerade blickte ich zu Tatsumi rüber, um ihn zu fragen, was wir jetzt tun sollen, da sah ich wie er sich auszog.
Er zog sich aus.
Mir fiel beinahe die Kinnlade auf den Boden. Okay, es war nur die Jacke, aber was zur Hölle tat der Kerl da?Es war nicht Juli, sondern Oktober und dem entsprechend kalt war es auch. “Was treibst du denn da? Du erkältest dich noch!”, sagte ich, als er sich bückte. Und seine Jacke über meinen Schuhen ausbreitete. “Wa-…?”
Ich war so verwirrt, dass selbst mein Gehirn meine Körperfunktionen nicht mehr richtig steuern konnte. Mir war heiß (es war Oktober), mir lief kalter Schweiß über die Stirn (oder Regen, wer kann das in so einer Situation schon unterscheiden?) und auch meine Stimme zitterte.
“W-was soll d-das denn? Zieh das wieder a-an,”, brachte ich mit Mühe heraus. “Aber dann gehen doch deine neuen Schuhe wirklich noch kaputt,”, meinte Tatsumi besorgt. Dieser Typ war ein Buch mit sieben Siegeln für mich.
Erst rannte ich ihn über den Haufen, hielt ihn in der Besenkammer fest und ihm den Mund zu un dann sprach ich ihn anscheinend auch noch auf etwas an, über das er wohl nicht reden wollte. Wieso war dieser Kerl nur so seltsam?
“Wieso tust du das?” Mein Kopf war so leer wie mein Geschirr, das nach der gemeinsamen Futtersession auf dem Boden lag. “Ich weiß nicht.” Er zuckte mit den Schultern. “Ich mag dich einfach, glaube ich.”
…
“Argh!”, schrie ich, als ich mit beiden Fäusten an seinem Kopf vorbei an die Tür schlug und ihn somit einkästelte. Doch Tatsumi bewegte sich keinen Millimeter. “Was tust du da?”, fragte er stattdessen und blickte unschuldig-interessiert erst auf meine Arme, dann in meine Augen.
Erschrocken, weil er so ungeniert direkten Blickkontakt mit mir suchte (Schau mir in die Augen, Kleines 8D~), wanderte mein Blick zur Tür hinter ihm und ich musterte unheimlich interessiert die abbröckelnde Farbe.
“Zusehen, dass du nicht krank wirst,”, murmelte ich vor mich hin, und nuschelte natürlich absichtlich so leise, dass er es nicht hören konnte. “Was?”, fragte er deshalb wieder.
“Zusehen, dass du nicht krank wirst, und jetzt halt’ die Klappe!”, schrie ich ihn mit hochrotem Kopf an.
Und wieder dieses selige Grinsen.
Bei diesem Anblick wurde mir bewusst, dass ich gerade etwas unheimlich Furchtbares gesagt haben musste. Und während ich so meine Gedankengänge zurückspulte, bemerkte ich, was dieses “Furchtbare” war: Die Wahrheit. (Tusch bitte!) Ich hatte ihm irklich gesagt, dass ich ihn küssen wollte… “Wollte”?! Moment! “Sollte” muss das heißen!
Und während ich so mit dem Teil in meinem Gehirn, der für Formulierungen zuständig war, kämpfte, ergossen sich plötzlich 1.000 Sturzbäche über uns und wir kramten schleunigst unsere Sachen zusammen, um aus diesem Unwetter herauszukommen. Mit unseren 7 Sachen bepackt sprinteten wir zur Tür, die zu unser beider Schreck zu war. Und das Schlimmste daran war: War die Tür einmal zu, ging sie nicht mehr auf. Entweder das war alles Zufall oder irgendjemand hier hasste uns unheimlich.
“Na~ toll, und was machen wir jetzt?”, fragte ich mich mehr selbst als meinen Leidensgenossen. Geschlagen legte ich mein Zeug auf dem Boden ab. War ja eh alles Geschirr und musste später sowieso gespült werden. Und als ich meinem schon fast triefenden (und nun leeren) Fressbeutel nachsah, fiel mein Blick auf meine Schuhe.
Meine NEUEN Schuhe. “Na~ toll, gerade erst ekauft und schon sind meine Schuhe hinüber,”, beschwerte ich mich lautstark. Diese Situation war aber auch zum Schweine-melken!
Ich saß mit meinem unschuldigen Opfer auf dem Dach fest, es regnete und meine neuen Schuhe waren somit so gut wie ruiniert. Und gerade blickte ich zu Tatsumi rüber, um ihn zu fragen, was wir jetzt tun sollen, da sah ich wie er sich auszog.
Er zog sich aus.
Mir fiel beinahe die Kinnlade auf den Boden. Okay, es war nur die Jacke, aber was zur Hölle tat der Kerl da?Es war nicht Juli, sondern Oktober und dem entsprechend kalt war es auch. “Was treibst du denn da? Du erkältest dich noch!”, sagte ich, als er sich bückte. Und seine Jacke über meinen Schuhen ausbreitete. “Wa-…?”
Ich war so verwirrt, dass selbst mein Gehirn meine Körperfunktionen nicht mehr richtig steuern konnte. Mir war heiß (es war Oktober), mir lief kalter Schweiß über die Stirn (oder Regen, wer kann das in so einer Situation schon unterscheiden?) und auch meine Stimme zitterte.
“W-was soll d-das denn? Zieh das wieder a-an,”, brachte ich mit Mühe heraus. “Aber dann gehen doch deine neuen Schuhe wirklich noch kaputt,”, meinte Tatsumi besorgt. Dieser Typ war ein Buch mit sieben Siegeln für mich.
Erst rannte ich ihn über den Haufen, hielt ihn in der Besenkammer fest und ihm den Mund zu un dann sprach ich ihn anscheinend auch noch auf etwas an, über das er wohl nicht reden wollte. Wieso war dieser Kerl nur so seltsam?
“Wieso tust du das?” Mein Kopf war so leer wie mein Geschirr, das nach der gemeinsamen Futtersession auf dem Boden lag. “Ich weiß nicht.” Er zuckte mit den Schultern. “Ich mag dich einfach, glaube ich.”
…
“Argh!”, schrie ich, als ich mit beiden Fäusten an seinem Kopf vorbei an die Tür schlug und ihn somit einkästelte. Doch Tatsumi bewegte sich keinen Millimeter. “Was tust du da?”, fragte er stattdessen und blickte unschuldig-interessiert erst auf meine Arme, dann in meine Augen.
Erschrocken, weil er so ungeniert direkten Blickkontakt mit mir suchte (Schau mir in die Augen, Kleines 8D~), wanderte mein Blick zur Tür hinter ihm und ich musterte unheimlich interessiert die abbröckelnde Farbe.
“Zusehen, dass du nicht krank wirst,”, murmelte ich vor mich hin, und nuschelte natürlich absichtlich so leise, dass er es nicht hören konnte. “Was?”, fragte er deshalb wieder.
“Zusehen, dass du nicht krank wirst, und jetzt halt’ die Klappe!”, schrie ich ihn mit hochrotem Kopf an.
Und wieder dieses selige Grinsen.
KISS 3: Feed your Need
Und da lag “es”.
…
Mein Fressbeutel. Der musste wohl abgefallen sein, als ich mit Tatsumi in die Besenkammer gefallen war. Und die Höllenhunde schienen wohl dumm genug gewesen zu sein, um es nicht zu bemerken.
Ich ging zu meinem besten Freund während der Pause und hob ihn gerade auf, als ich von hinten wieder Tatsumis Stimme hörte.
“Ähm…” Als ich mich wieder umdrehte, stand er neben der offenen Tür und schien sichtlich nervös zu sein, denn er tippelte immer von einem Bein aufs andere (Musst du auf die Toilette?).
“Also…”, begann er wieder. “Mein Name ist Tanaka Yuki. Aber nen mich ruhig Yuki, das machen sowieso alle,”, warf ich ein, da er mich noch nicht zu kennen schien. (A/N: JA! Main Chara #1 hat auch einen Namen! Tanaka Yuki, 2. Klasse Oberschule, Sternzeichen Jungfrau, Blutgruppe 0 und heimlicher Schildkrötenzüchter!)
So standen wir also da und starrten uns eine Weile an. Tatsumi hibbelte immernoch und fing zu allem Überfluss auch noch an, an seinen Haaren zu spielen. Und ich hatte als meine neue Lieblingsfreizeitbeschäftigung Fressbeutelschwingen auserkoren.
“Also ich geh dann mal was essen. Tut mir echt Leid wegen eben,”, durchbrach ich die Stille. Wenn wir weiter stehen geblieben wären, wäre die Pause bald zu Ende gewesen. Und ich musste diese einmalige Chance schließlich nutzen, ohne eine Horde wilder Affen um mich herum mein Mittagessen zu geniesen.
“Ach, schon gut, ist ja nichts passert.” Wieder dieses selige Grinsen. So verabschiedeten wir uns und wollten beide unserer Wege gehen, als wir bemerkten, dass unser gemeinsames Ziel das Dach war.
“Oh,”, gab ich von mir. “Du isst auch auf dem Dach? Wie wärs, wenn wir uns zusammentun?” Irgendwie kam es mir so vor, als würde sein Gesicht bei diesen Worten strahlen. “Gerne!”, erwidert er mit ungewohnt lauter Stimme und es schien, als ob er bloß auf diesen Satz gewartet hätte.Ein wirklich komischer Kerl, schoss es mir wieder durch den Kopf. Man bemerkte im Moment von seinen 18 Jahren ca. 10. Er benahm sich wie ein Kind, das einen Lolli geschenkt bekommen hatte.
Nachdem ich ihn noch einen Moment verwundert angesehen hatte, gingen wir beide, Tatsumi vergnügt hüpfend voran, zum Dach und machten uns dort breit.
Als wir fertiggegessen hatten, legte ich mich mit einem zufriedenen Seufzer auf den Boden und blickte in den Himmel. Es sah so aus, als würde es bald regnen.
Die Stille war toll, doch manchmal war ich schon froh, wenn ich selbst mal zu Wort kam. Und so packte mich die Neugier.
“Isst du eigentlich immer hier oben?”, fragte ich Tatsumi und sah ihn dabei von unten an. Er hatte seine Arme um die angewinkelten Beine geschlungen und antwortete mit einem Unterton, den selbst ich nicht überhören konnte: “Ja, jeden Tag.” Er verzog keine Miene, doch mit seiner Aussage hatte er mich stutzig gemacht. “Und deine Kumpel, was…”, begann ich zu fragen, doch ich wurde rasch unterbrochen. “Wieso sind eigentlich diese Typen hinter dir her? Die von eben?”
Gedankenverloren ob dieses Satzes, der mich eben geistig zu einer Frage angeregt hatte, meinte ich zu ihm: “Sie wollen sehen, wie ich dich küsse, um zu sehen, ob du es kannst oder nicht…”
…
Was da eben so geklappert hatte, mussten wohl Tatsumis Essstäbchen gewesen sein, die gerade die Hand ihres Besitzers verlassen hatten. Mit hochrotem Kopf und weit aufgerissenem Mund starrte er mich an.
Er sah aus, als hätte er einen Exhibitionisten gesehn.
…
Mein Fressbeutel. Der musste wohl abgefallen sein, als ich mit Tatsumi in die Besenkammer gefallen war. Und die Höllenhunde schienen wohl dumm genug gewesen zu sein, um es nicht zu bemerken.
Ich ging zu meinem besten Freund während der Pause und hob ihn gerade auf, als ich von hinten wieder Tatsumis Stimme hörte.
“Ähm…” Als ich mich wieder umdrehte, stand er neben der offenen Tür und schien sichtlich nervös zu sein, denn er tippelte immer von einem Bein aufs andere (Musst du auf die Toilette?).
“Also…”, begann er wieder. “Mein Name ist Tanaka Yuki. Aber nen mich ruhig Yuki, das machen sowieso alle,”, warf ich ein, da er mich noch nicht zu kennen schien. (A/N: JA! Main Chara #1 hat auch einen Namen! Tanaka Yuki, 2. Klasse Oberschule, Sternzeichen Jungfrau, Blutgruppe 0 und heimlicher Schildkrötenzüchter!)
So standen wir also da und starrten uns eine Weile an. Tatsumi hibbelte immernoch und fing zu allem Überfluss auch noch an, an seinen Haaren zu spielen. Und ich hatte als meine neue Lieblingsfreizeitbeschäftigung Fressbeutelschwingen auserkoren.
“Also ich geh dann mal was essen. Tut mir echt Leid wegen eben,”, durchbrach ich die Stille. Wenn wir weiter stehen geblieben wären, wäre die Pause bald zu Ende gewesen. Und ich musste diese einmalige Chance schließlich nutzen, ohne eine Horde wilder Affen um mich herum mein Mittagessen zu geniesen.
“Ach, schon gut, ist ja nichts passert.” Wieder dieses selige Grinsen. So verabschiedeten wir uns und wollten beide unserer Wege gehen, als wir bemerkten, dass unser gemeinsames Ziel das Dach war.
“Oh,”, gab ich von mir. “Du isst auch auf dem Dach? Wie wärs, wenn wir uns zusammentun?” Irgendwie kam es mir so vor, als würde sein Gesicht bei diesen Worten strahlen. “Gerne!”, erwidert er mit ungewohnt lauter Stimme und es schien, als ob er bloß auf diesen Satz gewartet hätte.Ein wirklich komischer Kerl, schoss es mir wieder durch den Kopf. Man bemerkte im Moment von seinen 18 Jahren ca. 10. Er benahm sich wie ein Kind, das einen Lolli geschenkt bekommen hatte.
Nachdem ich ihn noch einen Moment verwundert angesehen hatte, gingen wir beide, Tatsumi vergnügt hüpfend voran, zum Dach und machten uns dort breit.
Als wir fertiggegessen hatten, legte ich mich mit einem zufriedenen Seufzer auf den Boden und blickte in den Himmel. Es sah so aus, als würde es bald regnen.
Die Stille war toll, doch manchmal war ich schon froh, wenn ich selbst mal zu Wort kam. Und so packte mich die Neugier.
“Isst du eigentlich immer hier oben?”, fragte ich Tatsumi und sah ihn dabei von unten an. Er hatte seine Arme um die angewinkelten Beine geschlungen und antwortete mit einem Unterton, den selbst ich nicht überhören konnte: “Ja, jeden Tag.” Er verzog keine Miene, doch mit seiner Aussage hatte er mich stutzig gemacht. “Und deine Kumpel, was…”, begann ich zu fragen, doch ich wurde rasch unterbrochen. “Wieso sind eigentlich diese Typen hinter dir her? Die von eben?”
Gedankenverloren ob dieses Satzes, der mich eben geistig zu einer Frage angeregt hatte, meinte ich zu ihm: “Sie wollen sehen, wie ich dich küsse, um zu sehen, ob du es kannst oder nicht…”
…
Was da eben so geklappert hatte, mussten wohl Tatsumis Essstäbchen gewesen sein, die gerade die Hand ihres Besitzers verlassen hatten. Mit hochrotem Kopf und weit aufgerissenem Mund starrte er mich an.
Er sah aus, als hätte er einen Exhibitionisten gesehn.
KISS 2: Smoke on the Water
Das war also der Auftakt meiner glorreichen Mission im Auftrag der Gerüchteküche! Da würde ich lieber Teller waschen. Denn so wurde ich auf Schritt und Tritt verfolgt, nicht einmal zur Toilette konnte ich während der Pause noch allein gehen. Ich könnte ja Tatsumi treffen und ihn gleich bespringen und das wollte keines dieser Waschweiber verpassen. Aber stellten die sich das wirklich so einfach vor? Ich renne zu ihm hin, drücke meine Lippen auf seine und dann weiß ich, ob er küssen kann oder nicht? Anscheinend hatten sie davon genauso wenig Ahnung wie davon, wie man schnell lange die Klappe hält und dabei still sitzt.
Langsam kam ich mir echt vor wie ein Promi, der von ca. 3.000 Paparazzi verfolgt wird. Da blieb mir wohl bloß noch eins übrig: Flucht.
Und damit diese auch gelang, hatte ich mir den perfekten Plan zurechtgelegt. In der Mathestunde vor der großen Pause band ich mir meinen Fressbeutel an den Gürtel und als das Klingeln begann, rannte ich los. Dieser Plan war genial, gemein und somit auch schlichtweg perfekt. Zumindest wäre das der Fall gewesen, wenn ich beim Rennen etwas besser auf meine Umgebung geachtet hätte. Denn so rannte ich nicht nur in jemanden, sondern fiel mit diesem Jemand voller Intelligenz und Grazie in die Besenkammer im dritten Stock, kurz bevor ich die kleine Treppe zum Dach erreicht hatte. Ich hatte noch nicht mal genug Zeit, mich bei meinem Opfer zu entschuldigen, denn schon kamen die Boten der Hölle den Gang entlanggeschossen (Sehen konnte ich sie zwar nicht, weil die Tür zugefallen war, aber überhören konnte man diese Traube unmöglich.)
Und voller Panik verging ich mich schon wieder an dem unbekannten Opfer, indem ich ihm den Mund zuhielt. Schließlich sollten sie uns nicht entdecken. Als sie endlich aufgegeben hatten nach mir zu suchen (Ich bin einfach zu schlau für diese Waschweiber!), gab ich auch den Mund dieses armen Jungen frei, der zuerst kräftig Luft holte und dann erleichtert ausatmete.
“Ähm...”, gab mein Mund voller Weisheit von sich (was sollen eigentlich immer diese herablassenden Formulierungen, Schreiberling?!)
“Tut mir wirklich Leid, was...” Doch mein Gegenüber fiel mir ins Wort. “Hast du dich verletzt? Ist alles okay mit dir?” Verwunderte Stille.Und so langsam konnte ich auch erkennen, wer mich da eigentlich aus so besorgten Rehaugen anstarrte. Genau der, den ich vor einigen Tagen noch verteidigt hatte und der Schuld an dieser ganzen Misere war (eigentlich bin ich ja auch ein bisschen schuld... aber weiter geht’s!) Tatsumi Kaoru, 3. Klasse Oberschule, Sternzeichen Waage, Blutgruppe A+ und angeblicher Looser im Küssen. Ich hatte ihn zwar schon lange nicht mehr gesehen (Sich von jemandem fernzuhalten war für mich schon immer leichter, als jemanden zu finden!), aber irgendwie hatte ich ihn doch größer in Erinnerung. Vielleicht lag es auch daran, dass wir auf dem Boden saßen.
“Hallo? Alles okay?!” Er wedelte wild mit einem Arm vor meinem Gesicht, doch ich war wohl noch zu geschockt, um mich zu bewegen. “Hoffentlich hat er keine Gehirnerschütterung oder sowas... was mach ich nur, was mach ich nur?! Mama schimpft, wenn sie das rauskriegt...” Beim Gedanken an seine Mutter fing er an sich wild die halblangen braunen Haare zu raufen. Was für ein seltsamer Charakter, schoss mir durch den Kopf (Ha! Das ist für dich, Author! >D) Langsam fand ich wieder zu mir. “Alles... alles okay... Tut mir Leid, das eben,”, stammelte ich noch leicht benommen. Ich war ja schließlich derjenige, der Schuld an dieser Situation war, also hatte ich mich zu entschuldigen und nach seinem Befinden zu erkunden. “Hast du dir auch nichts getan?”, fragte ich ihn, nachdem er verlegen seine Frisur wieder gerichtet hatte. “Nein, nein, alles in Ordnung,”, antwortete er mit einem seligen Grinsen. Erst jetzt fiel mir auf, dass wir immernoch in der Besenkammer waren. So stand ich also auf, half Tatsumi hoch (es war wirklich eng hier!) und öffnete die Tür.
Und da lag “es”.
Langsam kam ich mir echt vor wie ein Promi, der von ca. 3.000 Paparazzi verfolgt wird. Da blieb mir wohl bloß noch eins übrig: Flucht.
Und damit diese auch gelang, hatte ich mir den perfekten Plan zurechtgelegt. In der Mathestunde vor der großen Pause band ich mir meinen Fressbeutel an den Gürtel und als das Klingeln begann, rannte ich los. Dieser Plan war genial, gemein und somit auch schlichtweg perfekt. Zumindest wäre das der Fall gewesen, wenn ich beim Rennen etwas besser auf meine Umgebung geachtet hätte. Denn so rannte ich nicht nur in jemanden, sondern fiel mit diesem Jemand voller Intelligenz und Grazie in die Besenkammer im dritten Stock, kurz bevor ich die kleine Treppe zum Dach erreicht hatte. Ich hatte noch nicht mal genug Zeit, mich bei meinem Opfer zu entschuldigen, denn schon kamen die Boten der Hölle den Gang entlanggeschossen (Sehen konnte ich sie zwar nicht, weil die Tür zugefallen war, aber überhören konnte man diese Traube unmöglich.)
Und voller Panik verging ich mich schon wieder an dem unbekannten Opfer, indem ich ihm den Mund zuhielt. Schließlich sollten sie uns nicht entdecken. Als sie endlich aufgegeben hatten nach mir zu suchen (Ich bin einfach zu schlau für diese Waschweiber!), gab ich auch den Mund dieses armen Jungen frei, der zuerst kräftig Luft holte und dann erleichtert ausatmete.
“Ähm...”, gab mein Mund voller Weisheit von sich (was sollen eigentlich immer diese herablassenden Formulierungen, Schreiberling?!)
“Tut mir wirklich Leid, was...” Doch mein Gegenüber fiel mir ins Wort. “Hast du dich verletzt? Ist alles okay mit dir?” Verwunderte Stille.Und so langsam konnte ich auch erkennen, wer mich da eigentlich aus so besorgten Rehaugen anstarrte. Genau der, den ich vor einigen Tagen noch verteidigt hatte und der Schuld an dieser ganzen Misere war (eigentlich bin ich ja auch ein bisschen schuld... aber weiter geht’s!) Tatsumi Kaoru, 3. Klasse Oberschule, Sternzeichen Waage, Blutgruppe A+ und angeblicher Looser im Küssen. Ich hatte ihn zwar schon lange nicht mehr gesehen (Sich von jemandem fernzuhalten war für mich schon immer leichter, als jemanden zu finden!), aber irgendwie hatte ich ihn doch größer in Erinnerung. Vielleicht lag es auch daran, dass wir auf dem Boden saßen.
“Hallo? Alles okay?!” Er wedelte wild mit einem Arm vor meinem Gesicht, doch ich war wohl noch zu geschockt, um mich zu bewegen. “Hoffentlich hat er keine Gehirnerschütterung oder sowas... was mach ich nur, was mach ich nur?! Mama schimpft, wenn sie das rauskriegt...” Beim Gedanken an seine Mutter fing er an sich wild die halblangen braunen Haare zu raufen. Was für ein seltsamer Charakter, schoss mir durch den Kopf (Ha! Das ist für dich, Author! >D) Langsam fand ich wieder zu mir. “Alles... alles okay... Tut mir Leid, das eben,”, stammelte ich noch leicht benommen. Ich war ja schließlich derjenige, der Schuld an dieser Situation war, also hatte ich mich zu entschuldigen und nach seinem Befinden zu erkunden. “Hast du dir auch nichts getan?”, fragte ich ihn, nachdem er verlegen seine Frisur wieder gerichtet hatte. “Nein, nein, alles in Ordnung,”, antwortete er mit einem seligen Grinsen. Erst jetzt fiel mir auf, dass wir immernoch in der Besenkammer waren. So stand ich also auf, half Tatsumi hoch (es war wirklich eng hier!) und öffnete die Tür.
Und da lag “es”.
KISS 1 : Wie du mir, so ich dir
Genre:
Comedy, Romance, Shounen-Ai
Rating:
T
Comments:
zu den kapiteltiteln muss ich sagen, dass sie zwar nichts zum inhalt sagen, aber trotzdem cool klingen, oder? :D~
das in klammers sin gedanken des erzählenden charakters, wenn a/n dabeisteht, sinds meine XD dann wünsche ich hier viel spaß x33
Well then... STARTO!!
Chapter 1:
Wie du mir, so ich dir.
Oh, wie ich die lange Pause verabscheute.
Ich war bestimmt kein Streber (so weit kommts noch!), aber ich war es einfach Leid, mir das Getratsche der ganzen Klasse auf einmal anhören zu müssen. Ich kann doch nichts dafür, dass ich so beliebt bin! Q______Q~
Jeden Tag, wenn es zur Mitagspause klingelt, bete ich, dass mich sofort der Schlag trifft, damit ich von dem Gequietsche und Gekreische und dem andauernden “Weißt du schon...?” wenigstens heute verschont bleibe.
Aber wie immer war auch heute diese höhere Macht, zu der ich insgeheim betete, mir ungnädig. Vielleicht sollte ich zu ‘ner anderen Religion wechseln… Aber zurück zum Thema! Ich wurde also auch heute wieder von meinen vielen Kumpels zugequatscht. Und auch heute kam Murata mit einem ewig alten Thema an.
“Habt ihr schon gehört, dass Tatsumi Kaoru schon wieder ne Abfuhr gekriegt hat? Ich wette, dass das an seinen Küssfertigkeiten liegt, ihr nicht auch?” Wildes Gelächter. Manchmal fragte ich mich wirklich, wen die mit ihren Sprüchen beeindrucken wollen. Hier gings ja manchmal schlimmer zu als bei Mädchen.
“Ich habe gehört, dass das nicht stimmt... Dass Tatsumi so schlecht küsst, meine ich...” Mein Einwurf hatte seine Wirkung nicht verfehlt, denn augenblicklich herrschte Stille im Raum und ich konnte hören, wie diverse Bleistifte unsanft Bekanntschaft mit dem Boden machten. Endlich Ruhe. Wenn auch nur für wenige Sekunden.
“Wa~s?” “Woher hast du das denn?” “Tatsumi kann küssen?” “Hat jemand meine rosa Elefantenbleistift gesehen?” All das glaubte ich in diesem Wortgewitter herausgehört zu haben.
“Nun ja, ich habs eben irgendwo gehört. Aber ich hab keine Ahnung, was da dran ist, Leute.” Interessierte, fast schon aufdringliche Blicke fielen auf mich. “Ich will’s wissen!” “Genau, das muss geprüft werden!” “Ich will’s auch wissen!” “Hat jemand meinen rosa Elefantenbleistift gesehen?” Wieder so ein Wortschwall. “Na, dann sollte wohl jemand losgehen und ihn einfach küssen,”, meinte ich mehr zum Spaß als im Ernst. “Genau!”, sagte Murata und musste grinsen, wie ein gutes Drittel der Klasse. Hmm, denen schien die Idee zu gefallen. Warum auch nicht, wenn sich mich dann mal für ‘ne Weile in Ruhe lassen würden.
So kam also meine nächste Frage, um dieses Feuer noch mehr anzufachen. “Und wer soll das machen?”
...
Und innerhalb von einem Bruchteil einer Sekunde zeigten 26 der 28 vorhandenen rechten Zeigefinger in dieser Klasse auf mich (der 27. gehörte mir und der 28. suchte immer noch verzweifelt nach seinem rosa Elefantenbleistift).
“W-… Da-... Dadas ist nicht euer Ernst, oder? WIESO ICH?!”
Na~ toll... Wieso war ich nicht eher darauf gekommen, dass sie den Anführer der Klasse für so eine schwierige Mission auswählen würden?
Wieder ergriff Murata (eigentlich mein -bis jetzt- bester Freund!) das Wort und meinte trocken: “Ganz einfach, du bist der einzige hier, der sich so was traut. Immerhin hast du dir selbst den Titel ‘ganzer Kerl’ verpasst, oder?”
Nach einer schier endlosen Diskussion war ich aufs Dach geflüchtet und aus dem Klassenzimmer drang nur noch ein “Gefunden! ... Wo seid ihr denn alle?!”
Comedy, Romance, Shounen-Ai
Rating:
T
Comments:
zu den kapiteltiteln muss ich sagen, dass sie zwar nichts zum inhalt sagen, aber trotzdem cool klingen, oder? :D~
das in klammers sin gedanken des erzählenden charakters, wenn a/n dabeisteht, sinds meine XD dann wünsche ich hier viel spaß x33
Well then... STARTO!!
Chapter 1:
Wie du mir, so ich dir.
Oh, wie ich die lange Pause verabscheute.
Ich war bestimmt kein Streber (so weit kommts noch!), aber ich war es einfach Leid, mir das Getratsche der ganzen Klasse auf einmal anhören zu müssen. Ich kann doch nichts dafür, dass ich so beliebt bin! Q______Q~
Jeden Tag, wenn es zur Mitagspause klingelt, bete ich, dass mich sofort der Schlag trifft, damit ich von dem Gequietsche und Gekreische und dem andauernden “Weißt du schon...?” wenigstens heute verschont bleibe.
Aber wie immer war auch heute diese höhere Macht, zu der ich insgeheim betete, mir ungnädig. Vielleicht sollte ich zu ‘ner anderen Religion wechseln… Aber zurück zum Thema! Ich wurde also auch heute wieder von meinen vielen Kumpels zugequatscht. Und auch heute kam Murata mit einem ewig alten Thema an.
“Habt ihr schon gehört, dass Tatsumi Kaoru schon wieder ne Abfuhr gekriegt hat? Ich wette, dass das an seinen Küssfertigkeiten liegt, ihr nicht auch?” Wildes Gelächter. Manchmal fragte ich mich wirklich, wen die mit ihren Sprüchen beeindrucken wollen. Hier gings ja manchmal schlimmer zu als bei Mädchen.
“Ich habe gehört, dass das nicht stimmt... Dass Tatsumi so schlecht küsst, meine ich...” Mein Einwurf hatte seine Wirkung nicht verfehlt, denn augenblicklich herrschte Stille im Raum und ich konnte hören, wie diverse Bleistifte unsanft Bekanntschaft mit dem Boden machten. Endlich Ruhe. Wenn auch nur für wenige Sekunden.
“Wa~s?” “Woher hast du das denn?” “Tatsumi kann küssen?” “Hat jemand meine rosa Elefantenbleistift gesehen?” All das glaubte ich in diesem Wortgewitter herausgehört zu haben.
“Nun ja, ich habs eben irgendwo gehört. Aber ich hab keine Ahnung, was da dran ist, Leute.” Interessierte, fast schon aufdringliche Blicke fielen auf mich. “Ich will’s wissen!” “Genau, das muss geprüft werden!” “Ich will’s auch wissen!” “Hat jemand meinen rosa Elefantenbleistift gesehen?” Wieder so ein Wortschwall. “Na, dann sollte wohl jemand losgehen und ihn einfach küssen,”, meinte ich mehr zum Spaß als im Ernst. “Genau!”, sagte Murata und musste grinsen, wie ein gutes Drittel der Klasse. Hmm, denen schien die Idee zu gefallen. Warum auch nicht, wenn sich mich dann mal für ‘ne Weile in Ruhe lassen würden.
So kam also meine nächste Frage, um dieses Feuer noch mehr anzufachen. “Und wer soll das machen?”
...
Und innerhalb von einem Bruchteil einer Sekunde zeigten 26 der 28 vorhandenen rechten Zeigefinger in dieser Klasse auf mich (der 27. gehörte mir und der 28. suchte immer noch verzweifelt nach seinem rosa Elefantenbleistift).
“W-… Da-... Dadas ist nicht euer Ernst, oder? WIESO ICH?!”
Na~ toll... Wieso war ich nicht eher darauf gekommen, dass sie den Anführer der Klasse für so eine schwierige Mission auswählen würden?
Wieder ergriff Murata (eigentlich mein -bis jetzt- bester Freund!) das Wort und meinte trocken: “Ganz einfach, du bist der einzige hier, der sich so was traut. Immerhin hast du dir selbst den Titel ‘ganzer Kerl’ verpasst, oder?”
Nach einer schier endlosen Diskussion war ich aufs Dach geflüchtet und aus dem Klassenzimmer drang nur noch ein “Gefunden! ... Wo seid ihr denn alle?!”
Donnerstag, 17. September 2009
Just A Matter Of Time
Pairing:
Hanei x Teppei
Genre:
Shounen-Ai, Romance, Comedy
Rating:
erm... argh~, just darn those strange letters xD suitable for anyone who likes gay guys XD
Timeline:
somewhere near the ending of the series, after the hepatitis-episode ♡
Disclaimer:
Characters belong to the dear writers and producers of the 'VOICE' dorama :3
RABU ³³³, ey ! ♡
A/N:
i hope you enjoy this crap i'm writing xD
hrm... so what else? .____. did i mention that i don't know what to write until the story is finished? xD guess i'll never be a pro XD
[and please note that the title has no relation to the actual story, just like in almost every of my stories xD i just liked that expression (and i'm listening to that song right now, so... xD)]
~*~*~
"Teppei? Where the heck are you?"
This guy never was where he should be, when you were searching for him.
"Come on, get out of where ever you are! I know you are somewhere around!"
Maybe that would really make him come out. Or maybe not. Finally I found him in the lab, washing dishes.
"Hey, how the heck could dishes be more important then I am?"
I jumped towards him, laying my arms around him, pushing him to the ground. He began stuggling, just as always.
"H-hey... get away from me, Hanei-kun... w-what do you want?"
"Nothing, actually."
I released him, so he was able to breath and also to stand up, just like I did (I meant the stand-up-thing... well, the breathing as well... argh, just forget that...).
"Then what did you jump me for?"
He was looking annoyed as always. I liked that expression on his face. Usually he was smiling the whole time and that was a thing that made me seriously sick.
"You got a problem? Huh?!", I asked just like every time I was struggling for an answer. What did I really jump him for?
I didn't really know myself. Maybe just for some action in that damn boring house. Or maybe it was for seing this expression that I liked so much on his face.
"N-no, of course i ain't no problem with that...", he answered, smiling shyly again.
And as soon as that smile entered his face, I turned for the sink and grabbed some scalpels of the surgery set. Putting it under the water I said: "I'll help you...", and before he could return anything: "And DON'T you dare asking why, okay?!"
I didn't look at him. I know what he looked like right now. He was wearing his smile again. But not the usual smile. This smile was full of happiness and appreciation, and I couldn't stand looking at him like this. I would start smiling with him. And my pride forbade this to happen. Why did Japanese have so many problems with their pride? Was this about genes? Maybe I should look that up in a dictionary...
After a short moment he gave me a "Thank you" in a small voice and joined me in washing the dishes.
When we finished, we got back to our research room and took off the white coats. "Ne, Teppei... You... and me... drink some beer tonight?"
The other three were out for some research on our current case so they wouldn't join us tonight.
He thought about it for a moment, then answered a polite "Yes".
"Cool" was all I could say about that.
So we took off to our 'Chura-chan'. I ordered two pots of beer, got them and led Teppei-kun upstairs into my room.
"Why are we here?", he asked, looking around.
"You got a problem?!", I returned, glaring at him.
"N-no, sir..." And again, I liked this expression of his. Staring at me anxiously he sat down on the ground and waited until I would say something to comfort him and show him that he was safe. But he wasn't safe. Especially not now. There was something I needed to talk to him about, that's why we came here and weren't downstairs where my mother always came by to interrupt our every conversations.
I got down in front of my bed, leaning against it, and passed the beer to Teppei.
But as always there was one big problem between us: A big gap of silence and rigidity.
So I downed the beer with one gulp (which maybe wasn't the best idea I ever had since I began choking right afterwards).
"Anou sa...", I began, not really knowing how to continue.
He was looking at me, probably wondering what I was going to say.
I tried to arrange some words (because that damn silence started getting on my nerves), but then he started talking.
"You know... I still have those charms you put in my pockets when I came back from hospital that day..."
Yes, THAT day... Probably one of the worst days since our seminar in forensic pathology had started. When he was told the results of his hepatitis test results. The day I bought 10 health charms for him and sacrificed 1000 yen in the shrine. It was really hard for me to resist running for him while he was in the hospital waiting for his results which would have an effect on his whole life.
I watched him drinking his beer silently. And he downed it almost as fast as I had done just now.
"I'm... gonna get some more..."
I reached out for his glass, but suddenly I slipped and fell over.
And almost automaticly he burst into laughter.
"Hey, you think that's funny?! Wait until I get you, you..."
I finally got a grip of myself and jumped on him, locking him between my arms.
"You still thinking that's funny?"
He obviously did, because he was still laughing.
"Hey, stop laughing at me, Mister Perfect..."
I released him... but only to pin him down to the floor, sitting on his lap.
"Shut it, you little..."
And now I couldn't hold myself any longer.
I mean, come on. This guy was lying right beneath me, giggling like there will never be tomorrow.
So I lowered my face on his. Slowly, not realizing how he stopped laughing.
"H-Hanei-kun? What... are you..."
That damn freakin' wrong smile that made me go crazy finally had disappeared.
But just in time I could stop myself - stop myself from kissing him. What a ridiculous... but still nice... thought.
But how should I get out of this now? I mean, I wasn't the one giving explanations on anything I do, but would he talk to me ever again if I wouldn't explain myself?
"Sorry... haha... drunk, I guess..."
I tried to laugh, but I gorgeously failed. Would he believe in what I just had said when I couldn't even laugh properly? Gosh, I'm really something... (something bad, deffinitely, but still something...)
"Hanei-kun...", he suddenly said.
"I... I also have something I want to give you... a good-luck charm..."
I swallowed. "Oh... really?"
He nodded, watching my face as I watched his.
Then, suddenly, he touched my lips with his.
It was just a fraction of a second but this fraction was the best, deffinitely. I felt his lips softly pressed on mine, felt him shivering, felt his hotness, even smelled his seductive scent.
But then he drew his lips away from mine, with that smile that was so much more beautiful that it almost hurt my eyes looking on him.
"Sorry....", he whispered. "Drunk, I guess..."
'Astonishment' was the word everybody who saw me must have read in my face right now, maybe even he read that. But he didn't seem like he would read anything right now.
"Y-yeah... I... I guess so...", I pressed out between my lips.
"So... since we're both drunk... I.. I like you... a little... maybe... so... I'll overlook that... and won't punish you..."
"Okay..."
"And... the charm...?", I asked to get back to a (to some tiny extent) normal conversation.
He looked at me, his eyes full of questions.
Was there maybe something I didn't get? Or did I miss something? What the heck...?
"Spit it out...", I whispered, pressing his arms to the floor.
Again - a short moment of silence. Then he said: "You... want more?"
And so he pressed his lips against mine again.
So... this actually WAS the charm? Wow... No wonder my mum didn't watch those romantic crap movies with me. This situation here was... fairly romantic... like in some girls drama. Except for no girls being around.
And? Did I want more?
Well... I was drunk, wasn't I?
~Owari~
-------------------------
A/N:
wow xD
for not knowing what to write this is a pretty long one, isn't it? xD
i hope you guys like it and maybe i will even get some encouraging comments :3
thx a bunch in advantage <3
Hanei x Teppei
Genre:
Shounen-Ai, Romance, Comedy
Rating:
erm... argh~, just darn those strange letters xD suitable for anyone who likes gay guys XD
Timeline:
somewhere near the ending of the series, after the hepatitis-episode ♡
Disclaimer:
Characters belong to the dear writers and producers of the 'VOICE' dorama :3
RABU ³³³, ey ! ♡
A/N:
i hope you enjoy this crap i'm writing xD
hrm... so what else? .____. did i mention that i don't know what to write until the story is finished? xD guess i'll never be a pro XD
[and please note that the title has no relation to the actual story, just like in almost every of my stories xD i just liked that expression (and i'm listening to that song right now, so... xD)]
~*~*~
"Teppei? Where the heck are you?"
This guy never was where he should be, when you were searching for him.
"Come on, get out of where ever you are! I know you are somewhere around!"
Maybe that would really make him come out. Or maybe not. Finally I found him in the lab, washing dishes.
"Hey, how the heck could dishes be more important then I am?"
I jumped towards him, laying my arms around him, pushing him to the ground. He began stuggling, just as always.
"H-hey... get away from me, Hanei-kun... w-what do you want?"
"Nothing, actually."
I released him, so he was able to breath and also to stand up, just like I did (I meant the stand-up-thing... well, the breathing as well... argh, just forget that...).
"Then what did you jump me for?"
He was looking annoyed as always. I liked that expression on his face. Usually he was smiling the whole time and that was a thing that made me seriously sick.
"You got a problem? Huh?!", I asked just like every time I was struggling for an answer. What did I really jump him for?
I didn't really know myself. Maybe just for some action in that damn boring house. Or maybe it was for seing this expression that I liked so much on his face.
"N-no, of course i ain't no problem with that...", he answered, smiling shyly again.
And as soon as that smile entered his face, I turned for the sink and grabbed some scalpels of the surgery set. Putting it under the water I said: "I'll help you...", and before he could return anything: "And DON'T you dare asking why, okay?!"
I didn't look at him. I know what he looked like right now. He was wearing his smile again. But not the usual smile. This smile was full of happiness and appreciation, and I couldn't stand looking at him like this. I would start smiling with him. And my pride forbade this to happen. Why did Japanese have so many problems with their pride? Was this about genes? Maybe I should look that up in a dictionary...
After a short moment he gave me a "Thank you" in a small voice and joined me in washing the dishes.
When we finished, we got back to our research room and took off the white coats. "Ne, Teppei... You... and me... drink some beer tonight?"
The other three were out for some research on our current case so they wouldn't join us tonight.
He thought about it for a moment, then answered a polite "Yes".
"Cool" was all I could say about that.
So we took off to our 'Chura-chan'. I ordered two pots of beer, got them and led Teppei-kun upstairs into my room.
"Why are we here?", he asked, looking around.
"You got a problem?!", I returned, glaring at him.
"N-no, sir..." And again, I liked this expression of his. Staring at me anxiously he sat down on the ground and waited until I would say something to comfort him and show him that he was safe. But he wasn't safe. Especially not now. There was something I needed to talk to him about, that's why we came here and weren't downstairs where my mother always came by to interrupt our every conversations.
I got down in front of my bed, leaning against it, and passed the beer to Teppei.
But as always there was one big problem between us: A big gap of silence and rigidity.
So I downed the beer with one gulp (which maybe wasn't the best idea I ever had since I began choking right afterwards).
"Anou sa...", I began, not really knowing how to continue.
He was looking at me, probably wondering what I was going to say.
I tried to arrange some words (because that damn silence started getting on my nerves), but then he started talking.
"You know... I still have those charms you put in my pockets when I came back from hospital that day..."
Yes, THAT day... Probably one of the worst days since our seminar in forensic pathology had started. When he was told the results of his hepatitis test results. The day I bought 10 health charms for him and sacrificed 1000 yen in the shrine. It was really hard for me to resist running for him while he was in the hospital waiting for his results which would have an effect on his whole life.
I watched him drinking his beer silently. And he downed it almost as fast as I had done just now.
"I'm... gonna get some more..."
I reached out for his glass, but suddenly I slipped and fell over.
And almost automaticly he burst into laughter.
"Hey, you think that's funny?! Wait until I get you, you..."
I finally got a grip of myself and jumped on him, locking him between my arms.
"You still thinking that's funny?"
He obviously did, because he was still laughing.
"Hey, stop laughing at me, Mister Perfect..."
I released him... but only to pin him down to the floor, sitting on his lap.
"Shut it, you little..."
And now I couldn't hold myself any longer.
I mean, come on. This guy was lying right beneath me, giggling like there will never be tomorrow.
So I lowered my face on his. Slowly, not realizing how he stopped laughing.
"H-Hanei-kun? What... are you..."
That damn freakin' wrong smile that made me go crazy finally had disappeared.
But just in time I could stop myself - stop myself from kissing him. What a ridiculous... but still nice... thought.
But how should I get out of this now? I mean, I wasn't the one giving explanations on anything I do, but would he talk to me ever again if I wouldn't explain myself?
"Sorry... haha... drunk, I guess..."
I tried to laugh, but I gorgeously failed. Would he believe in what I just had said when I couldn't even laugh properly? Gosh, I'm really something... (something bad, deffinitely, but still something...)
"Hanei-kun...", he suddenly said.
"I... I also have something I want to give you... a good-luck charm..."
I swallowed. "Oh... really?"
He nodded, watching my face as I watched his.
Then, suddenly, he touched my lips with his.
It was just a fraction of a second but this fraction was the best, deffinitely. I felt his lips softly pressed on mine, felt him shivering, felt his hotness, even smelled his seductive scent.
But then he drew his lips away from mine, with that smile that was so much more beautiful that it almost hurt my eyes looking on him.
"Sorry....", he whispered. "Drunk, I guess..."
'Astonishment' was the word everybody who saw me must have read in my face right now, maybe even he read that. But he didn't seem like he would read anything right now.
"Y-yeah... I... I guess so...", I pressed out between my lips.
"So... since we're both drunk... I.. I like you... a little... maybe... so... I'll overlook that... and won't punish you..."
"Okay..."
"And... the charm...?", I asked to get back to a (to some tiny extent) normal conversation.
He looked at me, his eyes full of questions.
Was there maybe something I didn't get? Or did I miss something? What the heck...?
"Spit it out...", I whispered, pressing his arms to the floor.
Again - a short moment of silence. Then he said: "You... want more?"
And so he pressed his lips against mine again.
So... this actually WAS the charm? Wow... No wonder my mum didn't watch those romantic crap movies with me. This situation here was... fairly romantic... like in some girls drama. Except for no girls being around.
And? Did I want more?
Well... I was drunk, wasn't I?
~Owari~
-------------------------
A/N:
wow xD
for not knowing what to write this is a pretty long one, isn't it? xD
i hope you guys like it and maybe i will even get some encouraging comments :3
thx a bunch in advantage <3
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