Freitag, 18. September 2009

SLEEPING ROSE 8: I'd run for You

Als Soutas Eltern die freudige Nachricht empfangen hatten, waren nicht nur sie, sondern das ganze Haus außer sich und sie lachten und freuten sich und auch die Arbeit ging ihnen nun wieder viel leichter von der Hand. Einer nach dem anderen kam ins Krankenhaus um den jungen Herrn zu besuchen, allen voran natürlich Vater und Mutter und alle brachten sie Geschenke und Genesungswünsche und waren fröhlich und vergnügt, als sie wieder von dannen zogen. Kamen sie wieder ins Hause Nobara zurück, erzählten sie von einem noch etwas angeschlagenen jungen Herrn, der immer noch schwach, aber auf dem Weg der Besserung war, und einem hübschen Arzt, der den ganzen Tag nicht von der Seite des jungen Herrn weichen wollte.

Und Hiroki wich wirklich nicht von Soutas Seite. Selbst zum Schlafen blieb er in Soutas Krankenzimmer auf der Couch, die man dort aufgestellt hatte, da es ein Zimmer speziell für Privatpatienten war, in das sie Souta verlegt hatten, nachdem er aufgewacht war. Wirklich allein ließ Hiroki seinen Schützling nur um zuhause zu duschen und sich frische Kleidung zu holen. Und längere Zeiten als diese wollte sich Hiroki nicht erlauben. Seine Mutter war zwar seitdem nicht mehr aufgetaucht, aber so plötzlich wie sie an diesem Abend aufgetaucht war, konnte sie es wieder tun und das wollte Hiroki nicht riskieren. So bewachte er Souta rund um die Uhr, ließ ihn nie aus den Augen und schlief aus Sorge nie wirklich fest.

Eines Tages hatte Souta gesagt: "Hiroki-san, du musst nicht Tag und Nacht bei mir bleiben. Ich fang bestimmt nicht mehr an zu weinen." Doch Hiroki hatte ihn nur freundlich angesehen und bestimmt den Kopf geschüttelt. Er wusste nicht, wie er Souta die Situation erklären sollte, da dieser sich an nichts mehr zu erinnern schien, und so versuchte er es erst gar nicht. Wer weiß, wie Souta darauf reagieren würde, dass die Dreizehnte ihm nach dem Leben trachtete oder dass ihr Sohn ihn geküsst hatte, als er schwach und hilflos im Koma gelegen war. Doch da war noch etwas, das Hiroki auf der Seele brannte: Soutas Genesung schritt schnell voran - was natürlich gut war, kein Zweifel - doch genauso schnell rückte auch der Tag näher, an dem Souta entlassen würde. Und was sollte er dann tun? Hiroki konnte und wollte nicht mehr ohne Souta sein. Doch wie sollte er es anstellen bis in alle Ewigkeit bei ihm bleiben zu können? Sich mit Handschellen an ihn ketten und den Schlüssel wegwerfen oder aufessen? Das wäre wohl Plan Z. Doch wo sollte er auf die Schnelle einen besseren Plan herzaubern?

Mit diesen und anderen Gedanken schritten die Tage voran, wurden zu Wochen und immer noch fehlte dieser ultimative Plan, nach dem Hiroki so verzweifelt suchte. Und so kam auch der Tag, an dem Souta entlassen werden sollte, mit seiner vollen Härte und Grausamkeit und trieb Hiroki an den Rand des Wahnsinns. So nahe war er dem Rand gekommen, dass er sich als letzte Rettung wirklich Handschellen gekauft hatte - mit rosa Plüsch, denn er wollte Souta natürlich nicht verletzen. Den ganzen Tag lief Hiroki aufgeregt im Zimmer umher und Souta sah ihm nach und fragte in regelmäßigen Abständen: "Was hast du?", worauf Hiroki jedes Mal antwortete: "Nichts..." und mit mürrischem Blick seinen Gang fortsetzte, während Souta sich das Lachen verkneifen musste, da er die ganze Szene recht belustigend fand.

Irgendwann jedoch klopfte es an der Tür und Hiroki wäre vor Schreck vom Stuhl gefallen, wäre er denn auf einem gesessen. Mit lachenden Gesichtern kamen Soutas Eltern herein, grüßten Hiroki und Soutas Mutter unterhielt sich angeregt mit ihrem Sohn, während sein Vater seinen Koffer für die Abreise packte und Hiroki aus einer Ecke heraus mit finsterem Blick die fröhliche Familie beobachtete. Nachdem der alte Herr Nobara dann auch den Papierkram erledigt hatte, wollte das Ehepaar schon aufbrechen um ihren Jüngsten und Einzigen endlich wieder nach Hause zu holen, als dieser meinte: "Wartet ihr noch draußen? Ich... will mich noch von Hiroki-san verabschieden.", woraufhin beide mit verständnisvollem Blick den Raum verließen und meinten, dass sie sich Kaffee besorgen werden und unten im Auto warten wollen.

Als sie nun das Zimmer verlassen hatten, hantierte Hiroki aufgeregt mit den Handschellen, die sich immer noch in der Tasche seines Arztkittels befanden, bis Souta schließlich meinte: "Hiroki-san, kommst du kurz her und hilfst mir? Ich will aufstehen."
"Was? Na... na gut.", entgegnete Hiroki etwas besorgt, denn Souta war immer noch sehr wackelig auf den Beinen. So näherte er sich dem Bett, legte seine Arme um den Jungen und auch dieser legte seine Arme um seinen Arzt, zog sich näher an ihn heran und ehe man sich versah, spürte Hiroki die weichen Lippen Soutas auf den seinen.

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