Freitag, 18. September 2009

SLEEPING ROSE Prolog: Der Fluch der Dreizehnten

Es waren einmal ein reicher Mann und seine Frau, die sprachen jeden Tag: "Ach, wenn wir doch ein Kind hätten!", und kriegten immer keins. Da trug sich zu, als die Frau einmal in ihrem Bade saß, dass ihr Handy klingelte und ihr Mann zur ihr sagte: "Lass uns künstliche Befruchtung versuchen. Wenn auch das fehlschlägt, lassen wirs bleiben, okay?"
Was der Mann gesagt hatte, das geschah: Dank den dreizehn fähigsten Ärzten und Ärztinnen des Landes wurde die Frau schwanger und ihre Gynäkologin sagte zu ihr: "Du wirst einen Sohn zur Welt bringen."
Und auch was die Gynäkologin gesagt hatte, geschah, und die Frau brachte einen Sohn zur Welt, der war so schön, dass der reiche Mann vor Freude sich nicht zu lassen wusste und eine Riesenparty schmiss. Er ladete nicht nur seine Verwandten, Freunde und Bekannten ein, sondern auch die Ärzte und Ärztinnen ein, da sie dem Kind hold und gewogen waren. Nur die dreizehnte Ärztin ward nicht geladen.

Die Party ward in aller Pracht gefeiert, und als sie zu Ende war, brachten alle Ärzte ihre Wünsche für das Kind vor: Der eine wünschte Tugend, die andere Schönheit, die dritte Reichtum (den das Kind dank den Eltern aber schon hatte), und so alles, was auf der Welt zu wünschen ist.

Als elf nun ihre Sprüche getan hatten, trat plötzlich die dreizehnte herein. Sie wollte sich dafür rächen, dass sie nicht eingeladen und wie die anderen mit einer schicken Limousine abgeholt worden war, und ohne jemand zu grüßen oder nur anzusehen, rief sie mit lauter Stimme: "Ich wünsche diesem Kind alle Pickel dieser Welt, und was sonst noch böses da draußen lauern mag. Ihr werdet es bereuen, dass ihr mich nicht eingeladen habt. Immerhin hab ich mir den Hintern aufgerissen, damit ihr rechtzeitig euer befruchtetes Ei bekommt und ihr habt mich trotzdem nicht eingeladen!" Und ohne ein Wort weiter zu sprechen, kehrte sie sich um und verließ den Saal. Alle waren erschrocken, da trat der zwölfte Arzt hervor, der seinen Wunsch noch übrig hatte, und weil er Mitleid mit den verschüchterten Eltern hatte, sagte er: "Ich wette, der kleine wird keine Pickel bekommen, dafür werde ich sorgen. Ich wünsche mir für ihn, dass er immer eine reine Haut hat, um die ihn alle beneiden werden. Vor der Drohung braucht ihr euch nicht fürchten. Ich verspreche, dass alles gut enden wird."

Und wer weiß, ob der zwölfte Recht behielt?

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